Liebe ohne sex

Platonische Liebe: An DIESEN Anzeichen erkennst du platonische Liebe

  • Aktualisiert: 04.09.2023
  • 09:47 Uhr

Was ist platonische Liebe? Eine Beziehung ohne Sex? Nicht ganz. Oder nicht nur. Wir erklären, was diese Form der Liebe ausmacht und geben Tipps, wie du mit einer platonischen Beziehung umgehst.

Platonische Liebe: Was ist das?

Wer bei einer unromantischen Liebe an Friendzone oder Sexverzicht denkt, der liegt nicht ganz richtig. Ja, es stimmt: Bei einer platonischen Liebe geht es nicht ums Sexuelle. Küsse, Lust oder gar Sex gibt es nicht, dafür aber echte, pure Liebe.

Benannt wurde diese Art der Liebe nach dem altgriechischen Philosophen Platon (428 bis 348 vor Christus), für den diese Art der Beziehung als die erstrebenswerteste galt, die zwei Menschen miteinander führen können. Er war nämlich der Meinung, dass Menschen mit ihrem erotischen Verlangen versuchen, einen Mangel in sich selbst auszugleichen. Man kann bei platonischer Liebe auch von Seelenverwandtschaft sprechen. So oder so ist diese Art der Beziehung etwas ganz Besonderes und hält nicht selten ein Leben lang.

Was also sind platonische Gefühle? Wortwörtlich übersetzt bedeutet platonisch: die Abwesenheit von Romantik. Wenn Erotik und körperliche Anziehung keine Rolle spielen, worum geht es dann bei einer platonischen Liebe? Eben um alles andere, was in Beziehungen wichtig - und oft auch wichtiger - ist: Verbundenheit, Vertrautheit, Zärtlichkeit (ohne sexuelle Absicht), Intimität, Freundschaft. Die Verbindung auf geistiger Ebene und die tiefe seelische Verbundenheit stehen hier ganz klar an erster Stelle.

An diesen Anzeichen erkennst du eine platonische Liebe

Nur weil du keinen Sex mit jemandem hast, heißt das noch lange nicht, dass du in einer platonischen Beziehung steckst. Da gehören schon noch andere Dinge dazu, wie zum Beispiel:

  • Ihr habt keine Erwartungen aneinander, was eine gemeinsame Zukunft betrifft: Kinder, Hauskauf, Heirat, denn damit beschäftigen sich die "richtigen" Paare.
  • Er oder sie trifft sich mit jemand anderen? Fein! Auf jeden Fall löst das bei dir keine Eifersucht aus.
  • Eure Gespräche sind richtig tiefgründig. Überhaupt ist er oder sie immer der oder die erste, mit dem oder der du sprechen willst.

Gefühle, wie Respekt, Loyalität, Anerkennung und ein liebevolles Miteinander werden in platonischen Beziehungen ganz großgeschrieben.

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Was ist der Unterschied zwischen platonischer und romantischer Liebe?

Dass es in einer Beziehung keinen Sex gibt, klingt im ersten Moment vielleicht nach Verzicht. Es kommt aber gar nicht selten vor, dass romantische Paare sich wegen ihres Sexlebens streiten. Sex führt halt auch zu Spannungen - und das im positivem aber auch im negativen Sinn. Und nur weil jemand platonisch verliebt ist, heißt das ja nicht, dass er oder sie gar keinen Sex hat.

Somit ist also schonmal eine ganze Menge Druck raus. Das trifft auch auf den nächsten Punkt zu, denn bei einer platonischen Liebe besteht nicht die gleiche Angst oder Sorge vor einer Trennung wie bei einer romantischen Beziehung.

Wenn die körperliche Ebene ausgeklammert ist, entsteht außerdem mehr Raum für tiefere Themen und Verbindungen. Normalerweise sprechen die Paare intensiver miteinander und Charaktereigenschaften (statt Aussehen und Attraktivität) werden somit nochmal wichtiger.

Platonische Liebe: Das sind die Unterschiede zur Freundschaft

Aus einer Freundschaft kann theoretisch auch immer mehr entstehen, aber bei einer platonischen Liebe sind sich die Liebenden einig, dass körperlich niemals etwas passieren würde. Wenn du dir jetzt denkst: Okay, ich habe zig Freunde, an denen ich sexuell nicht interessiert bin und bei denen das sicher auch so bleiben wird. Fair enough, aber eine platonische Liebe ist noch mehr.

So fühlt man sich von einer platonischen Liebe emotional abhängiger als von einer oder einem normalen Freund:in und auch das Level an Loyalität ist höher. Vor allem ist die Verbindung aber viel intimer als bei normalen Freund:innen.

Platonisch Liebende verbringen jeden Urlaub miteinander, wissen immer genau, was der oder die andere denkt - ohne, dass es vieler Worte bedarf. Sie wissen, dass kein Blatt zwischen sie passt. Eine platonische Liebe kann sich wie ein Anker in einer Krise oder in dieser turbulenten Welt anfühlen.

Diese Arten von platonischen Beziehungen gibt es

Es ist nicht immer so, dass zwei Menschen sich für eine platonische Liebe entscheiden. Vielmehr entsteht sie. Eigentlich heißt es ja immer: Wo die Liebe hinfällt. Bei platonischer Liebe lässt sich der Ursprung auch mal eindeutiger zuordnen.

  1. Wenn sich zwei schon seit der Sandkiste kennen und eigentlich wie Geschwister sind, kann eine platonische Liebe entstehen.
  2. Ehepartner:innen, die sich zwar lieben, aber kein Sexleben mehr teilen, sind ein platonisches Paar.
  3. Zwei Menschen, die sich lieben, aber keine Libido haben, etwa weil sie schon sehr alt sind.
  4. Ein Paar kann sich in Liebe trennen und auch weiterhin Gefühle füreinander haben, nur eben keine sexuelle Lust mehr aufeinander verspüren.
  5. Zwei lieben sich, fühlen sich aber körperlich zu anderen hingezogen.
  6. Selbst die Liebe zwischen Eltern und Kindern oder zwischen Geschwister-Paaren könnte man als platonische Beziehung beschreiben.
  7. Erziehungspartnerschaften, also Paare, die sich zusammengetan haben, um Kinder gemeinsam großzuziehen, können auf platonischer Liebe basieren.

Sind eine platonische Liebe und Seelenverwandtschaft dasselbe?

Die Grenze zwischen Freundschaft und platonischer Liebe ist nicht immer ganz klar zu ziehen. Die meisten platonisch Liebenden würden wohl sagen, dass sich ihre Beziehungen intensiver anfühlen als eine "War schön, bald wieder?"-Freundschaft. Sie würden es vielleicht sogar als Seelenverwandtschaft bezeichnen und lägen damit bestimmt nicht falsch. Seelenverwandte haben einen ganz besonderen Vibe miteinander, den sie mit niemand anderem haben, quasi von Sekunde eins an. Allerdings sprechen auch Partner:innen in einer sexuellen Beziehung oft von Seelenverwandtschaft. Das Konzept hinter Seelenverwandtschaft schließt also nicht automatisch aus, dass man miteinander schläft.

Ist eine platonische Liebe zu einer dritten Person nicht auch Fremdgehen?

Wir haben ja schon festgestellt, dass Eifersucht eigentlich kein Thema bei einer platonischen Liebe ist. Wie sieht es aber aus, wenn du in einer festen Beziehung bist und sich bei deinem oder deiner Partner:in eine platonische Liebe zu einer dritten Person entwickelt? Ist das nicht wie Fremdgehen nur ohne Sex?

Jedenfalls würde man dann von einer emotionalen Affäre sprechen, wenn dein:e Partner:in nur noch mit dieser dritten Person über seine oder ihre Gefühle spricht, mit ihm oder ihr Geheimnisse teilt und lieber Zeit mit seiner platonischen Liebe verbringt. Vielleicht ist es ja aber auch so, dass diese platonische Liebe quasi wie ein Add-on ist, die deinem oder deiner Partner:in etwas gibt, dass du ihm oder ihr nicht geben kannst - was aber an eurer Liebe und Beziehung nichts ändert. Am Ende könnte es sogar eine Bereicherung für euch sein. Wie es sich für dich anfühlt, kannst du aber nur selbst wissen.

Platonische Liebe mit einem verheirateten Mann oder einer verheirateten Frau - was tun?

Du fühlst eine platonische Liebe zu einer verheirateten Person? Bestimmt fragst du dich, ob das gut gehen kann. Das kommt ganz darauf an, wie der Mensch, zu dem du diese tiefe Verbundenheit fühlst, seine Gefühle für dich an seine:n Partner:in kommuniziert hat. Waren alle Parteien offen und ehrlich und besteht kein Misstrauen dir gegenüber oder Eifersucht auf dich, dann spricht eigentlich nichts dagegen, dass ihre eure Verbindung leben könnt.

Solange jedenfalls, wie auch du dich respektvoll gegenüber dem oder der Partner:in deiner platonischen Liebe gegenüber verhältst und sensibel mit ihm oder ihr umgehst. Versuch vor allem nicht den Eindruck entstehen zu lassen, dass du dich einmischen willst oder irgendwo dazwischenfunken möchtest: Du weißt schließlich und erkennst an, welche die Haupt-Beziehung ist!

Gar nicht so ungewöhnlich: Eine platonische Liebe zwischen Frauen

Der Philosoph Platon hat über die platonische Liebe (die zu seinen Lebzeiten übrigens noch nicht so genannt wurde) gesagt, dass sie nur unter Gleichen stattfinden kann. Er meinte damit zwei Menschen auf dem gleichen seelischen Entwicklungsstand. Trotzdem hat man daraus auch oft abgeleitet, dass platonische Liebe nur unter gleichgeschlechtlichen Partner:innen möglich ist. Das stimmt so natürlich nicht - auch Männer und Frauen können eine unromantische Beziehung führen!

Aber wie würde die Konstellation einer platonischen Liebe zwischen zwei Frauen aussehen? Simpel gesagt: zwei allerbeste Freundinnen, die ihr Leben miteinander teilen, aber Sex mit anderen haben. Vielleicht sogar eine Beziehung mit einem Mann. Klingt gar nicht so unwahrscheinlich, oder? Dass zwei Frauen eine so innige Freundschaft und Verbindung zueinander haben, dass nicht einmal der Ehemann dazwischen passt, hast du in deinem Umfeld oder vielleicht sogar selbst schonmal erlebt. Ein bezauberndes Beispiel für platonische Liebe unter Frauen wären etwa die Golden Girls - da wird es einem doch direkt warm ums Herz!

Kann aus einer platonischen Beziehung mehr werden?

Sobald einer der Partner:innen in einer platonischen Liebe mehr will, handelt es sich eigentlich auch schon nicht mehr um eine platonische Liebe. Für die müssen sich nämlich beide ganz sicher sein, dass sich niemals etwas Romantisches entwickeln wird. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass mit sich entwickelnden Gefühlen alles vorbei ist. Beziehungen im eigentlichen Sinne entstehen schließlich oft aus einer innigen freundschaftlichen Verbindung. Also ja: Aus einer platonischen Beziehung kann mehr werden, wenn beide Partner:innen romantische Gefühle füreinander spüren und wenn beide offen und ehrlich darüber reden können.

Kann eine platonische Liebe funktionieren?

So wie jede Art der Beziehung erfordert auch die platonische Arbeit und Commitment von beiden Seiten. Dann ist es durchaus möglich, dass sie funktioniert. Weil sie aber etwas Besonderes ist und nicht jede:r das Glück hat, eine zu erleben, warten auch besondere Herausforderungen auf sie:

  • Wenn nicht auf beiden Seiten eindeutig klar ist, wohin diese Beziehung führt - oder eben auch nicht -, dann kann es schnell zu falschen Erwartungen kommen, die enttäuscht werden können.
  • Eine:r der Liebenden unterdrückt sein oder ihr sexuelles Verlangen, das auch erst mit der Zeit entstanden sein kann.
  • "Vielleicht entwickelt sich ja doch etwas?"  Wenn das die heimliche Einstellung bei einem oder einer der Partner:innen ist, kann die platonische Liebe eigentlich nicht funktionieren. Wenn du unglücklich verliebt bist, helfen dir vielleicht diese Tipps, loszulassen.
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