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innige zweisamkeit

Kuscheln: Warum ist die Berührung so wichtig?

  • Aktualisiert: 11.01.2023
  • 14:54

Auf liebevolle Art umarmt und berührt zu werden, danach sehnt sich (fast) jede:r. Kuscheln stillt schließlich unser Grundbedürfnis nach Nähe. Hier erfährst du, warum diese Form des Körperkontakts so wichtig ist - und obendrein gesund. Ob Frauen und Männer gleich gern knuddeln? Auch das verraten wir dir.

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Komm in meine Arme! Was genau ist Kuscheln?

Klassisches Kuscheln in einer Beziehung sieht so aus: Die Partner:innen schmiegen sich auf dem Sofa oder im Bett aneinander, umarmen und berühren sich. Das Nonplusultra der Zweisamkeit - innig und intim. Eine Form der körperlichen Kommunikation, mit der wir unsere Zuneigung, unsere Hingabe und auch unsere Verletzlichkeit ausdrücken. Oftmals entsteht das Kuschelbedürfnis aus dem Wunsch nach Nähe und Geborgenheit.

Aber den verspüren nicht nur Paare. Kuscheln kann romantische, aber auch freundschaftliche oder familiäre Verbundenheit zeigen. Und kuscheln kann tatsächlich jede:r. "Man ist dafür nicht zu dünn oder zu dick, zu klein oder zu groß, zu alt oder zu jung, zu ungelenkig oder zu beweglich", schreibt Rob Grader im Vorwort zu seinem Buch "Kuschelsutra".

Jetzt wird's spannend … Warum ist Kuscheln so wichtig?

Berührungen gehören wie Atmen, Essen und Trinken zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Säuglinge können sich ohne Körperkontakt nicht gesund entwickeln, Kinder brauchen ihn, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Und bei Erwachsenen führt ein dauerhaftes "Kuschel-Defizit" mitunter zu psychischen Erkrankungen wie Burn-out oder Depressionen und auch zu körperlichen Beschwerden. Deshalb kann man eigentlich gar nicht genug knuddeln. 

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Kuscheln jedenfalls reduziert Stress, senkt den Blutdruck, kurbelt die Durchblutung an, stärkt das Immunsystem und bringt erholsamen Schlaf. Zudem werden Ängste und Aggressionen abgebaut, Vertrauen und Empathie gefördert.

Allein eine Umarmung hat therapeutische Wirkung, wenn wir mit Problemen oder Krisen kämpfen. Von jemandem in den Arm genommen zu werden, macht alles sofort erträglicher. Denn so ein Hug ist wie ein Safe Space, in dem man kurz vor der Außenwelt abgeschirmt wird und durchatmen kann. Danach geht's gestärkt weiter.

Ebenso können Umarmungen Liebes- und Freundschaftsbeweise sein. Menschen haben eine Distanzzone von ungefähr 50 Zentimetern. Wer es da mit einer Umarmung durch schafft, gehört zum inneren Kreis.

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"Du weißt, dass du verliebt bist, wenn du nicht einschlafen kannst, weil die Realität endlich besser ist als deine Träume", hat der amerikanische Autor Dr. Seuss einmal gesagt. Eine romantische Definition, in der auch Wahrheit steckt. Wir verraten dir, welche Anzeichen außer Schlaflosigkeit noch dafür sprechen, dass du verliebt bist – und wie du den Unterschied zwischen Verliebtheit und Liebe erkennst.

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Eine Frage der Chemie: Was passiert in unserem Körper, wenn wir kuscheln?

Touch me! Das wünschen wir uns nicht umsonst. Wenn uns jemand liebevoll berührt, schüttet unser Körper Glückshormone aus, darunter auch das "berühmte" Bindungshormon Oxytocin. Es sorgt dafür, dass wir uns wohl und verbunden fühlen - und jeglichen Stress vergessen.

Je vertrauter uns die andere Person ist, umso stärker sind die Umarmungswirkungen. Und sich nackt im Arm zu halten, pusht die Glückshormon-Produktion noch mal mehr. Besonders intensiv wird Oxytocin beim Orgasmus ausgeschüttet. Es macht also Sinn, dass nach dem Höhepunkt erstmal Kuscheln angesagt ist. Denn das ist auch dazu da, dass Verliebtheit in Liebe übergehen und sich die Beziehung festigen kann.

Harte Kerle schmusen gerne: Was bedeutet Kuscheln für Männer?

Die meisten würden wohl unterschreiben, dass Schmusen sogar wichtiger ist als Sex - wenn man sich denn entscheiden müsste. Trotzdem hält sich der Mythos, dass Männer nicht gerne kuscheln, hartnäckig. Zu heiß, zu kalt, es ist unbequem und erst die ganzen Haare im Gesicht … Ja, okay. Aber was ist wirklich dran am Bild vom kuschelfaulen Mann?

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Wie gerne und wie viel man(n) kuschelt, hängt natürlich von der persönlichen Vorliebe ab. US-Forscher:innen fanden aber in einer Studie heraus, dass Männer sogar ein erhöhtes Kuschelbedürfnis haben könnten - wegen ihres Testosterons. Das männliche Sexualhormon, das eigentlich für aggressivere Eigenschaften bekannt ist, soll nämlich gleichzeitig auch anhänglich und sozial verträglich machen. Zumindest war es so bei den Probanden - mongolische Rennmäuse. So oder so birgt Kuscheln auch lohnende Aspekte für Männer:

  • Der Beschützerinstinkt wird bedient. Wenn der Mann die Frau im Arm hält, schützt er sie und gibt ihr ein Gefühl von Sicherheit.
  • Auch der Mann kann sich sicher fühlen und fallen lassen. Niemand muss die ganze Zeit stark und männlich sein.
  • Emotionale Nähe und Verbundenheit werden durch das Kuscheln intensiviert - und auch nach außen getragen. Ein schöner Liebesbeweis, den alle sehen dürfen.

Wahr ist aber auch, dass Männer nicht selten Kuscheln als Vorspiel verstehen: Nach dem Schmusen kommt - automatisch - das Fummeln. Stimmt zwar nicht, aber "Kuschelsex" hat zu Unrecht einen schlechten Ruf. Körpernähe und Umarmen bedeuten auch, dem anderen emotionale Stabilität zu geben - und das wiederum führt zu besserem Sex (mit Koitus).

Ganz schön ego! Warum Narzisst:innen kuscheln

Eigentlich ist eine Umarmung eine aufrichtige Art, die eigene Verbundenheit zu zeigen. Manche Menschen jedoch setzen Kuscheln auch manipulativ ein. Besonders Narzisst:innen stehen im Verdacht, diese Form der Zuneigung zu missbrauchen.

Es kann zum Beispiel sein, dass sie die körperliche Zuwendung als Bestätigung verstehen wollen. Wenn man gerne in den Arm genommen wird, muss man doch besonders beliebt, schön oder begehrenswert sein, oder?! Oder sie nutzen die körperliche Nähe, um Kontrolle auszuüben: Kuscheleinheiten gibt’s nur, wenn sie es wollen, oder das Gegenüber für vermeintlich richtiges Verhalten belohnt werden soll. Passt ihnen etwas nicht, fällt das das Kuscheln zur Strafe flach.

Kuschel-Bilanz: Knuddeln wir eigentlich genug? Oder dürfte es ein bisschen mehr sein?

Zum Vergleich: Affen haben täglich rund 90 Minuten Körperkontakt. Davon kann unsereins nur träumen. Selbst Paare in langjährigen Beziehungen bringen es laut einer Befragung nicht mal auf zehn Minuten körperliche Nähe pro Tag. Einer der Hauptgründe im Zeitalter von "Zeit- und Kontaktfressern" wie Smartphone, Instagram & Co.: Wir schauen zu oft auf den Bildschirm, statt uns zu treffen und nah zu kommen. Das Bedürfnis nach Berührung bleibt dennoch.

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Wer die eigene Berührungsarmut bekämpfen will, kann das mittlerweile auch in einem Kuschelcafé oder auf einer Kuschelparty tun. Selbst Kuscheltherapeuten gibt es, die professionell umarmen, Händchen halten, berühren. Nur so viel: Eine durchschnittliche Umarmung dauert gerade mal 3,17 Sekunden - und bewirkt doch so viel Gutes! Das dürfte uns endgültig durch die Corona-Pandemie und das Abstandsgebot klar geworden sein. Berührungen stärken Beziehungen und dienen darüberhinaus als sozialer Kitt.

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