Zum neuen Abtreibungsgesetz in Texas

Ab wann ist eine Abtreibung illegal?

© ©Traci Hahn 2016

Über das Thema "Schwangerschaftsabbruch" wird viel und heiß diskutiert. Fragen wie beispielsweise, ab wann einem Embryo Rechte zugesprochen werden können, sind noch immer umstritten. Nun hat der US-Bundesstaat Texas ein neues Gesetz verabschiedet, das polarisiert. Was genau dieses Gesetz vorsieht und welche Auswirkungen dieses gerichtliche Urteil mit sich bringt, verrät euch Paula. 

Ich weiß nicht, ob du es gehört hast, aber im US-Bundesstaat Texas wurde ein Gesetz verabschiedet, dass es Frauen verbietet, nach der sechsten Schwangerschaftswoche einen Abbruch vorzunehmen, einer Zeit also, in der die wenigsten Frauen überhaupt wissen, dass sie schwanger sind. Das Verbot greift auch für Fälle, in denen die Schwangerschaft durch Inzest oder Vergewaltigung entstanden ist. Zusätzlich wird ein per Gesetz für jeden ermöglicht, einen Menschen, der bei einer Abtreibung geholfen oder diese durchgeführt hat, zivilrechtlich zu verklagen – egal, ob man mit besagtem Eingriff persönlich zu tun hat oder nicht. Das Preisgeld darauf: 10 000 US-Dollar. Wenn du jetzt denkst "Das ist ja wie im Wilden Westen", dann hast du leider Recht.

Die weitreichenden Folgen für Frauen

Es geht hier nicht nur um "Hätten sie eben besser aufgepasst, dann wäre sie nicht schwanger geworden." Abtreibungsgesetze und das Recht, über das eigene Leben zu bestimmen, sind schwere Geschütze, um die Freiheit und Selbstbestimmtheit von Frauen zu manipulieren, ihre psychische und physische Gesundheit zu gefährden und, ganz wichtig und gerne übersehen, Frauen in ihrer wirtschaftlichen Stärke zu schwächen. Für ihre Affären werden die Männer, die dieses Gesetz politisch verantworten, übrigens mit Sicherheit einen Weg finden, um unliebsame Schwangerschaften aus dem Weg zu räumen.

Wir dürfen nicht wegschauen

Nun findet das Ganze in den USA statt und es wäre ein leichtes zu sagen, dass uns das nichts angeht. Aber Frauenrechte werden nicht nur dort manipuliert, sondern auch in Europa. Beispielsweise in unserem direkten Nachbarland Polen.

Insofern geht uns das alle etwas an, denn Solidarität ist etwas, dass denen die Macht nimmt, die sie nicht teilen wollen und Ignoranz als Lifestyle leben. Und wie geht man am besten gegen Ignoranz vor? Indem man enttabuisiert, was Scham auslösen soll. Denn Scham ist das, was Macht gibt. Wir müssen uns aber für nichts schämen. Schon gar nicht für Entscheidungen, die richtig sind, warum auch immer sie getroffen werden müssen.

Alles Liebe,
Paula

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  • 28.05.2021
  • 13:58 Uhr

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