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Grundsätzlich bin ich ja dagegen, wenn Menschen an sich herumoperieren, weil ich finde, dass bei den meisten alles genau so passt, wie es angeboren ist. Aber ich kann es den Leuten ja auch nicht verbieten.

"Ob jemand weiblich und sexy ist, ist vor allem eine Frage der inneren Haltung"

Eine der beliebtesten Operationen bei Frauen ist ohne Frage die Vergrößerung der Brust. Der Mensch will ja immer das, was er nicht hat. Ich zum Beispiel hätte gerne lockiges Haar und muss dafür meine Spaghetti-Haare auf Wickler drehen. Und dann hätte ich gern kleinere Brüste, weil es einfach viel praktischer ist und die beim Schuhe anziehen und beim Sport nicht so im Weg sind. Viele Frauen glauben, dass sie mit kleinen Brüsten nicht attraktiv sind, nicht weiblich, kein ideales Sexmaterial. Das ist natürlich Quatsch. Ob jemand weiblich und sexy ist, ist vor allem eine Frage der inneren Haltung, was der Grund ist, warum ich bitte, über Schönheitsoperationen ganz genau nachzudenken.
In Brasilien zum Beispiel sind Schönheitsoperationen extrem verbreitet und völlig normal. Nicht normal ist aber die Motivation dahinter. Frauen legen sich dort hauptsächlich unters Messer, um andere Frauen im Kampf um das passende Männchen auszustechen. Das ist in meinen Augen kein besonders guter Grund. Auch nicht der, dass der eigene Partner findet, dass man so, wie man ist, nicht sexy oder ansprechend sei. Solche Leute schmeißt man bitte aus dem Leben, aber das sollte ja selbstverständlich sein.

Das Problem liegt oft im Inneren 

Zum Thema Brustvergrößerungen gibt es aber eine interessante Studie der Universität von Quebec. In einer groß angelegten Vergleichsstudie wurde festgestellt, dass Frauen mit dieser Art OP ein 73 Prozent höheres Selbstmordrisiko haben als Frauen ohne Operation. Dass dem so ist, liegt natürlich nicht an den Silikonkissen selbst, wobei eine andere Studie einen Zusammenhang zwischen den Silikoneinlagen und Depressionen festgestellt hat. Das Problem ist, dass auch eine noch so perfekte Brust keine Probleme löst, die man im Inneren mit sich selbst hat. Ach, wäre ich doch … – das hat schon Figuren in Märchen ins Unglück gestürzt. Selbstliebe – dieses große Wort – meint das Erlernen und Akzeptieren der eigenen Unvollkommenheit. Es ist ein langwieriger, nicht immer angenehmer Prozess, der von Rückschlägen gekennzeichnet ist, sich aber immer und unbedingt lohnt.

Der Schlüssel zum Glück: Selbstliebe

Ich finde, der einzige Grund, sich operieren zu lassen, ist der, dass man etwas für sich ganz allein tun möchte, das die Lebensqualität verbessert. Nicht, weil man glaubt, dass einem dann mehr Zuneigung entgegengebracht wird oder man dann eher aussieht wie jemand, der auf Instagram Erfolg hat. Ich hatte mal eine Figur wie ein Model und wurde trotzdem nicht geliebt. Weil ich nämlich nicht geglaubt habe, dass ich es wert bin. Und darin liegt nun mal wirklich der Schlüssel zum Glück. Selbstliebe gibt es nämlich kostenlos.