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Liebe unter Männern

Schwul sein: Was bedeutet Homosexualität?

  • Veröffentlicht: 14.08.2023
  • 10:00 Uhr
Schwul sein: Was bedeutet Homosexualität
Schwul sein: Was bedeutet Homosexualität© olga_demina / stock.adobe.com

Dass manche Menschen sich zum gleichen Geschlecht oder zum anderen hingezogen fühlen, andere zu beiden und manche zu gar keinem, das war schon immer so, in allen Kulturen und seit es Menschen überhaupt gibt. Sexualität ist vielfältig und das ist schön – solange sie offen gelebt werden darf, alle Menschen gleichberechtigt und von der Gesellschaft akzeptiert sind. Wir wollen heute einmal eine sexuelle Orientierung genauer beleuchten, nämlich was es bedeutet schwul zu sein.

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Was bedeutet es, schwul zu sein?

Der Duden definiert den Begriff "schwul" als "homosexuell veranlagt/empfindend" – im Bezug auf Männer. Eine weitere, etwas ausführlichere Definition des Nachschlagwerks lautet: "für einen Homosexuellen charakteristisch, zu ihm gehörend; auf (männlicher) Homosexualität beruhend." Lange Zeit wurde der Begriff als abwertende Bezeichnung benutzt. Mittlerweile jedoch setzt sich das Wort im Alltag durch und verliert immer mehr seine negative Konnotation. 

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Was ist Homosexualität?

Homosexualität bezieht sich auf eine sexuelle Orientierung, bei der eine Person romantische und/oder sexuelle Anziehung zu Personen des gleichen Geschlechts hat. Homosexualität ist eine natürliche und normale Variation der menschlichen Sexualität und kommt in allen Kulturen und Gesellschaften vor. "Homo" kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "gemeinsam, gleich, ähnlich". "Hetero" hingegen lässt sich mit "anders, verschieden" übersetzen. Heterosexuelle Personen fühlen sich also romantisch und/oder sexuell von Menschen des anderen Geschlechts angezogen.

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Wie viele Menschen sind schwul/lesbisch?

Laut einer Studie der Dating-Plattform ElitePartner identifizierten sich 85 Prozent der Befragten in Deutschland im Jahr 2020 als heterosexuell. Vier Prozent gaben an, homosexuell zu sein, aber acht Prozent haben gar keine Angabe gemacht. Eine Umfrage eines Berliner Marktforschungsinstituts aus dem Jahr 2016 ergab, dass Deutschland in Europa mit 7,4 Prozent den höchsten LGBT-Anteil hat. Es ist also nicht endgültig geklärt, wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich schwul oder lesbisch sind. Zumal es auch immer noch viele Menschen gibt, die sich aufgrund äußerer Umstände nicht trauen, offen zu ihrer Sexualität zu stehen. Eine schöne, konkrete Zahl haben wir aber doch noch, sie kommt vom Statistischen Bundesamt aus dem Juli 2022. Seitdem im Jahr 2017 die Ehe für alle beschlossen wurde, haben 65.600 gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland geheiratet.

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Was bedeutet "schwul" auf englisch?

In der englischen Sprache wird das Wort "gay" verwendet, welches sich mittlerweile auch im deutschen Sprachgebrauch wiederfindet. "Gay" wird häufig jedoch auch als synonym für homosexuell verwendet, schließt also auch lesbische Frauen mit ein – Stichwort Gay Pride. Im Akronym LGBT wird jedoch zwischen "lesbian" und "gay" unterschieden, da es ansonsten keinen eigenen Begriff für homosexuelle Männer gibt.

Welche Flagge steht für Homosexualität?

1978 wurde die LGBT+ Pride Flag, auch als Regenbogenfahne bekannt, in San Francisco ins Leben gerufen. Als erster offen schwuler Mann, der in den USA ein öffentliches Amt innehatte, beauftragte Harvey Milk Gilbert Baker damit, ein positives Symbol für die queere Community zu entwerfen. Vorher wurde häufig das pinke Dreieck als Symbol verwendet, das von den Nazis in Konzentrationslagern verwendet wurde, um schwule und queere Männer zu kennzeichnen. Jede Farbe in der Flagge repräsentiert eine spezifische Bedeutung: Pink symbolisiert Sexualität, Rot das Leben, Orange steht für Heilung, Gelb für die Sonne, Grün für die Natur, Türkis für die Kunst, Blau für Harmonie und Lila für Spiritualität.

Noch neuer und inklusiver ist die so genannte Progress Flag. 2017 wurde diese von Daniel Quasar, einem nichtbinären Grafikdesigner, entworfen. Diese Abwandlung der ursprünglichen Regenbogenflagge enthält auf der linken Seite einen Keil in den Farben der Trans-Pride-Flagge sowie in Braun und Schwarz, die die Farben marginalisierter Gemeinschaften darstellen. Der Keil, der in die Richtung zeigt, in die die Flagge schwingt, symbolisiert, dass noch viele Fortschritte vor uns liegen. Die Farbwahl lenkt besonders die Aufmerksamkeit auf trans Menschen, Schwarze und andere Personen of Color. Zusätzlich repräsentiert der schwarze Streifen auch diejenigen, die mit AIDS leben oder an den damit verbundenen Stigmata gestorben sind. Die Progress-Flagge soll somit eine Botschaft der Solidarität und des Engagements für Gleichberechtigung und Akzeptanz senden.

Herkunft des Begriffs "schwul"

Es lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen, wo das Wort seinen Ursprung hat. Eine häufige Theorie basiert auf dem niederdeutschen Wort für schwül. Man vermutet, dass es in den 30er Jahren in Berlin zum ersten Mal synonym für homosexuell benutzt wurde um zum Ausdruck zu bringen, dass Männer sich gegenseitig nicht kalt ließen, sondern Wärme füreinander empfanden.

Wie entsteht Homosexualität?

Die Annahme es gäbe bestimmte Auslöser für die sexuelle Orientierung einer Person, ist diskriminierend und ignorant. Homosexualität ist, genau wie Heterosexualität und Bisexualität und alle anderen sexuellen Orientierungen abseits davon und dazwischen, angeboren. Man kann eine bestimmte Sexualität nicht erzwingen und auch nicht vererben, es gibt kein Gen dafür.

Test: Bin ich schwul?

Es gibt viele Online Tests, die dir verraten sollen, ob du auf das gleiche Geschlecht stehst. Da sollst du dann so Fragen beantworten wie: "Schaust du eher Romanzen oder Horrorfilme" oder "Ist dein Ringfinger länger als dein Zeigefinger". Solche Tests sind absolut nicht seriös, wie du siehst. Oft bedienen sie Klischees, manchmal sind sie sogar regelrecht homophob. Wenn du dir bezüglich deiner Sexualität nicht sicher bist, dann gibt es bessere Wege, das herauszufinden. Wenn du das Gefühl hast, das Thema belastet dich sehr, dann kannst du mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin darüber sprechen.

Tipps fürs Coming-out

Jedes Coming-out verläuft einzigartig, aber es gibt einige Hinweise, die dir bei deinem eigenen Coming-out helfen können.

  1. Positive Erfahrungen ermutigen: Beginne dein Coming-out am besten bei einer Person, von der du sicher weißt, dass sie positiv reagieren wird. Diese Unterstützung kann dich stärken.
  2. Einschätzung der Reaktion: Versuche herauszufinden, wie dein Gegenüber allgemein über Schwule, Lesben und Bisexuelle denkt, um besser einschätzen zu können, wie er oder sie auf dein Coming-out reagieren wird.
  3. Zeit geben: Gib anderen Menschen Zeit, um dein Coming-out zu verstehen und zu akzeptieren. Manchmal dauert es eine Weile, bis sie damit umgehen können.
  4. Kontrolle behalten: Wenn du die Kontrolle darüber behalten möchtest, wer von deiner sexuellen Orientierung erfährt, dann wähle zunächst nur Personen aus, die deine Informationen vertraulich behandeln.
  5. Offene Gespräche in der Familie: Wenn du dich bei deiner Familie outest, plane ausreichend Zeit für Gespräche ein. Wähle den Ort und den Zeitpunkt bewusst, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten sich zurückziehen und alles in Ruhe überdenken können.
  6. Umgang mit Vorurteilen: Es kann vorkommen, dass du beim Coming-out auf Vorurteile stößt. Es ist hilfreich, vorbereitet zu sein und zu wissen, wie du mit solchen Vorurteilen umgehen kannst.

Das wichtigste ist, dass du dein Coming-out in deinem eigenen Tempo und nach deinen eigenen Bedürfnissen durchführst. Denke daran, dass du Unterstützung von Freunden, Familie oder LGBTQ+-Gruppen suchen kannst, wenn du es brauchst. Jeder soll die Freiheit haben, offen und authentisch zu sein und sich von Vorurteilen nicht abhalten zu lassen.

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