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Weihnachten ist für viele eine konfliktreiche Zeit, was vor allem daran liegt, dass man auf sehr engem Raum mit Menschen zusammen sein wird, die einen im Zweifelsfall die ganze Zeit bewerten. „Dein Bruder war in deinem Alter schon mit dem Studium fertig“ über „Man sieht, dass du keinen Sport mehr machst“ bis hin zu „Deine Cousine hat meiner Schwester schon zwei Enkel geschenkt. Alles was ich von dir bekomme sind graue Haare“ – das Potpourri der interfamiliären Gemeinheiten ist bunt und blöde. Zeit, sich vorbereitend ein bisschen in Selbstliebe zu üben!

Ziel: Weihnachten mit den richtigen Menschen feiern.

Familie ist Schicksal. Willkürlich zusammengewürfelte Menschen sind zu einer Zwangsgemeinschaft geworden, die sich unter freiwilligen Umständen nicht unbedingt zusammengetan hätte. Aber es hilft nichts, Weihnachten ist halt das Fest der Familie?

Wirklich? Familie bedeutet, einander auf neue Niveaus zu heben, sich gegenseitig fliegen zu lassen und zu fördern. Und zwar im Kleinen wie im Großen. Ich finde, man muss nicht mit Menschen zusammen sein, die einen die ganze Zeit runterputzen – nicht mal, wenn man blutsverwandt ist. Wir sind dazu übergegangen, unser Haus an Heiligabend für Freunde zu öffnen, die keine liebevolle Familie haben und die Weihnachten lieber mit Menschen verbringen möchten, die sie wertfrei mögen und schätzen. Wer freiwillig an einem Ort ist, hat auch keinen Druck.

Ziel: Nicht alles persönlich nehmen.

An Weihnachten fühlt sich jeder gemüßigt, seine Meinung kundzutun. Hättest du mal dies, hättest du mal das… viele verfallen dann in kindliche Muster und schmollen. Es hilft vielleicht zu verstehen, dass man als Mensch für andere Menschen nichts weiter als eine Projektionsfläche ist. Wenn Tante Irma sich über deine Kleidung aufregt, dann bedauert sie in Wahrheit vielleicht nur, nicht selbst etwas abenteuerlustiger zu sein oder hat panische Angst vor der Meinung anderer und schwimmt deshalb lieber mit dem Strom. Beides ist aber nicht dein Problem, sondern ihres. Oder wenn Vater sagt, dass er ja schon längst etwas mit Substanz aufgebaut hätte und man mit 35 nicht mehr an den Spaß denken sollte, dann ist das allein seine Meinung. Stänkerer entkräftet man am besten, indem man ihnen die Energie abzieht. „Aber ja, du hast völlig recht. Ich hätte mir längst eine Eigentumswohnung kaufen sollen. Wie hast du deine damals finanziert? Und was hättest du eigentlich gerne gemacht?“ So fühlt sich das Gegenüber gesehen (was das einzige ist, was alle wollen) und wertgeschätzt und zack, ist die Bombe keine Bombe mehr, sondern ein Austausch.

Ziel: Ein wirklich schönes Weihnachtsfest.

Die meisten Leute, die ich kenne, glauben, dass andere hellsehen können. Er hätte doch wissen müssen…etc. Das schönste Geschenk, dass man sich selbst machen kann, ist eine saubere Kommunikation. Welche Wünsche hast du für Weihnachten? Wie sollte es idealerweise aussehen? Was soll wann passieren? Das auszusprechen und zu diskutieren, entspannt die Atmosphäre. Und am Ende kommt hoffentlich jeder zu seinem Recht.

Alles Liebe,
Paula