Sind Eltern verantwortlich, wie wir lieben? 

Beziehungsunfähig? Trägt deine Kindheit Schuld daran? Diese 5 klaren Anzeichen verraten es dir!

  • Aktualisiert: 12.08.2023
  • 08:29 Uhr
  • hg

Du hast Probleme mit intensiven Bindungen? Steckt Beziehungsunfähigkeit dahinter? Und welche Gründe verbergen sich hinter der Angst, dich zu binden? Wir erklären, woran du erkennst, dass du beziehungsunfähig bist und wie du das Problem überwinden kannst!

Beziehungsunfähig: Was heißt das überhaupt?

Vielleicht hast du nach der x-ten gescheiterten Partnerschaft auch schon mal gedacht: "Was ist, wenn ich einfach keine Beziehung führen kann?". Keine Sorge, Gedanken wie diese haben viele Menschen. Der Autor Michael Nast hat mit seinem Bestseller-Buch einer ganzen Generation Beziehungsunfähigkeit attestiert und das psychologische Konzept so in den letzten Jahren richtig populär gemacht. Aber was genau bedeutet das überhaupt?

Zuerst einmal: Beziehungsunfähigkeit ist keine psychische Krankheit. Bindung ist ein Grundbedürfnis aller Menschen. Wenn jemand als beziehungsunfähig bezeichnet wird, dann ist damit gemeint, dass er oder sie sich zwar eine Partnerschaft wünscht, es aber nicht schafft, eine längerfristige und intensive Bindung einzugehen. Grund hierfür ist, dass der Mensch nicht in der Lage ist, Emotionen und Nähe zuzulassen und daher immer distanziert und unverbindlich bleibt. Oft steckt dahinter eine Bindungsangst -  und die ist tatsächlich als psychische Krankheit klassifiziert.

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Typische Anzeichen

Bindungsängste erkennen: Die Anzeichen, dass er beziehungsunfähig ist!

Hier erfährst du, was hinter dem Begriff "beziehungsunfähig" steckt und wie du die Beziehungsunfähigkeit deines potenziellen Partners/deiner potenziellen Partnerin erkennst.

  • 15.09.2023
  • 15:54 Uhr

Diese Anzeichen sprechen für eine Beziehungsunfähigkeit

Wenn du auf deine Dating-Historie zurückblickst, siehst du viele gescheiterte Beziehungen. Jetzt fragst du dich, ob es womöglich daran liegt, dass du beziehungsunfähig bist? Diese Anzeichen könnten dafürsprechen:

  • Deine längste Beziehung hat gerade mal ein paar Monate gedauert.
  • Will er/sie dir seine/ihre Familie vorstellen, dann kriegst du Panik, du willst am liebsten weglaufen und denkst an Trennung. Bloß nicht zu viel Nähe!
  • Über eine gemeinsame Zukunft mit jemand anderem hast du noch nie ernsthaft nachgedacht.
  • Wenn es zwischen euch gut läuft, sabotierst du eure Beziehung mit einem unnötigen Streit, damit zwischen euch immer eine Distanz herrscht.
  • Sich mit jemanden absprechen zu müssen, ist für dich eine richtige Herausforderung. Am liebsten entscheidest du immer frei und ganz unabhängig von anderen, was du wann, wie und wo machst.

Spannend: Die Beziehungstherorie von Bowlby und Ainsworth: Diese 4 Bindungstypen gibt es - und so gehst du mit ihnen um. Wie du Selbstliebe lernen kannst, um an dir und deiner Bindungsfähigkeit zu arbeiten, verraten wir dir in unseren Tipps! Du weißt nicht, wie du deine Bindungsprobleme ansprechen solltst? Mit unseren Impulsen gelingt es dir, Beziehungsprobleme anzusprechen und zu lösen.

Gründe für Beziehungsunfähigkeit: Ist die Kindheit schuld?

Viele Verhaltensweisen, die wir als Erwachsene an den Tag legen, wurden in unserer Kindheit geprägt. Und natürlich schauen wir uns als Kinder auch ab, wie unsere Eltern in Beziehungen gehen - und machen das unbewusst als Erwachsene dann nach. Hast du dich als Kind in der Beziehung zu deinen Eltern oft unsicher gefühlt, etwa weil es in eurer Familie viel Streit gab, du nicht besonders liebevoll behandelt wurdest oder weil dein Urvertrauen fehlte? Dann kann es durchaus sein, dass du deswegen Schwierigkeiten hast, anderen Menschen zu vertrauen und dich auf eine Partnerschaft einzulassen. Haben sich deine Eltern getrennt, als du noch klein warst, kann es sein, dass sich in dir eine Verlustangst manifestiert hat. Weil du nicht noch einmal verlassen werden willst, blockst du Beziehungen von vornherein ab. Deine Angst vor Bindungen muss aber nicht zwangsläufig in deiner Kindheit begründet liegen. Diese fünf Gründe können auch typische Auslöser für Beziehungsangst sein:

  1. Dein Selbstwertgefühl lässt zu wünschen übrig: Wenn du von dir selbst denkst, dass du nicht zu 100 Prozent liebenswert bist, und dass du Liebe verdient hast, dann ist es nicht unwahrscheinlich, sich aus Beziehungen zurückzuziehen - aus Angst vor Zurückweisung und der Bestätigung deiner schlimmsten Annahme: Ich bin es eigentlich nicht wert geliebt zu werden.
  2. Du erwartest zu viel: Deine Partnerschaft soll dich glücklich machen, erfüllen und dein:e Partner:in soll dir jeden Wunsch von den Lippen ablesen. So oder so ähnlich stellst du dir das jedenfalls vor. Das kann nicht funktionieren.  Also trennst du dich lieber, als deine Vorstellungen der Realität anzupassen.
  3. Du hast Angst, etwas zu verpassen: Verbringst du einen Großteil deiner Zeit in den sozialen Medien und auf Online-Datingplattformen, kann es sein, dass du einfach bei jeder Person, die du kennenlernst, denkst: "Ach, ganz nett - aber was ist, wenn Mr oder Miss Perfect nur einen Klick entfernt ist?".
  4. Du hast negative Erfahrungen gemacht: Wurdest du vielleicht schonmal betrogen oder mies sitzen gelassen, dann kann das ein triftiger Grund dafür sein, dass du grundsätzlich misstrauisch bist und dich nicht so einfach auf eine neue Beziehung einlassen kannst.
  5. Du hast einfach noch nicht den oder die Richtige:n gefunden: Kann doch sein, dass du dir THE ONE einfach noch nicht begegnet ist. Warum solltest du eine Beziehung mit jemandem aufbauen, bei dem oder der du dir nicht ganz sicher bist? Vielleicht ist das Konzept einer monogamen Beziehung auch einfach nichts für dich und du musst noch die richtige Form der Partnerschaft für dich finden. Passt vielleicht eine polyamore Beziehung oder offene Beziehung besser zu dir?

Was du tun kannst, wenn dein:e Partner:in beziehungsunfähig ist

Du vermutest, dass dein:e Partner:in Schwierigkeiten hat, eine Bindung einzugehen? Vielleicht, weil eure Beziehung schwerfällig ist und du das Gefühl hast, emotional gar nicht so richtig bei ihm oder ihr durchzukommen. Daran lässt sich arbeiten, aber vor allem muss er oder sie dazu bereit sein. Du solltest jedenfalls nicht den Fehler machen und denken, dass du dich in irgendeiner Form ändern musst, damit dein:e Partner:in es schafft, sich ganz auf dich einzulassen. Wollt ihr beide an eurer Verbindung arbeiten, dann sucht euch Unterstützung - etwa in Form einer Paartherapie. Versucht, euch gegenseitig nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Tiefgehende Veränderungen brauchen Zeit!

Wie kann man Beziehungsunfähigkeit überwinden? Diese 7 Tipps helfen

Es gibt mehrere Wege und Strategien, um die Angst vor einer intensiven und langen Beziehung zu überwinden:

  1. Verstehe deine Unfähigkeit: Den ersten Schritt bist du schonmal gegangen und hast dir eingestanden, dass du ein Problem mit Beziehungen hast. Gut so! Jetzt musst du für dich herausfinden, warum du dieses Problem hast und wie du es lösen kannst. Hier geht es also um Ursachenforschung, und dabei darfst du dir Unterstützung holen. Ein Coach kann dir zum Beispiel dabei helfen, Strukturen und Vermeidungsstrategien zu erkennen und aufzulösen.
  2. Stärke dich selbst: Dein Selbstwertgefühl ist ausschlaggebend dafür, wie du in Beziehung mit dir selbst und auch mit anderen bist. Arbeite also daran, dein Selbstbewusstsein zu stärken.
  3. Verändere dein Mindset: Beziehungsunfähige Menschen steigern sich in Probleme in der Partnerschaft herein, bevor sie überhaupt entstehen. Manchmal ist das so, weil man schlechte Erfahrungen gemacht hat. Wer nur Negatives erwartet, wird aber auch genau das bekommen. Versuch dich stattdessen auf die positiven Seiten deiner Beziehung zu konzentrieren und darauf zu vertrauen, dass alles gut werden kann.
  4. Bitte nicht Einigeln!: Aus Angst vor Bindung diese von vornherein zu vermeiden, ist genau das Gegenteil von dem, was du tun solltest. Also: Raus aus der Komfortzone und rein in die Bindung!
  5. Drüber sprechen: Wenn du in einer Beziehung bist, dann sprich mit deinem Schatz darüber, was dich beschäftigt. Nur so könnt ihr beide daran arbeiten, dass du nicht aus Angst vor einer echten Bindung flüchtest und alte Verhaltensmuster durchbrechen kannst.
  6. Herausfinden, was wichtig ist: Kann es sein, dass du dir nicht vorstellen kannst, eine Beziehung zu führen, weil du keinen Platz in deinem Leben dafür hast? Eine Partnerschaft erfordert auch Zeit und Arbeit. Vielleicht ist dir deine Karriere oder deine Freiheit als Single gerade wichtiger? Mach dir bewusst, was dir wichtig ist und schaffe dann Raum dafür.
  7. Schluss mit Ausreden: "Ich bin halt beziehungsunfähig" sollte nicht zu deiner Ausrede oder Entschuldigung für sämtliche Probleme, die du in Beziehungen mit anderen und mit dir selbst hast, werden. Coachings, Therapien oder auch Selbsthilfe durch Bücher oder Workshops sind jetzt das, was du tun kannst, um dein (Beziehungs-)Schicksal selbst in die Hand zu nehmen!
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