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SChamhaft und verklemmt

Prüde sein: Was bedeutet das beim Sex?

  • Aktualisiert: 18.03.2023
  • 13:31 Uhr
  • cb

Wer nicht jeden Sex-Trend mitmachen möchte, ist nicht sofort prüde und verklemmt. Dennoch bleibt bei vielen Menschen dann das Gefühl zurück, nicht gut im Bett zu sein. Wie geht man damit um? Erfahre, welche Eigenschaften und Merkmale beim Sex als prüde eingestuft werden - und wie Paare, anstatt zu werten, wieder einen offenen Umgang miteinander finden - beim Sex und in der Beziehung.

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Was bedeutet prüde sein im Bett überhaupt?

Auf die Sexualität bezogen ist Prüderie oft negativ besetzt. Wer prüde ist, verhält sich im Bett schamhaft, verklemmt schüchtern und übertrieben sittsam. Erotik und Sex gelten prüden Personen als Tabu. Wer möchte das schon für sich beanspruchen. Wild, erotisch und offen - das klingt doch viel besser, oder? Fakt ist aber: Was als prüde erlebt wird, ist Definitionssache und von Person zu Person unterschiedlich.

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Das hängt auch von unterschiedlichen Wünschen, Vorlieben und Bedürfnissen in der Sexualität ab. Manche Menschen empfinden sich als prüde, weil sie Sexpraktiken mit Fesselspielen ablehnen oder keine Lust auf Analverkehr haben. Für andere ist es bereits schamhaft, sich dem Partner oder der Partnerin komplett nackt zu zeigen und bei Licht im Schlafzimmer Sex zu haben.

Lass uns das Thema doch gleich einmal aus einer anderen Richtung anschauen: Eben nicht als ein Verhalten, das es unbedingt abzustellen gilt. Sondern als etwas, dass es sich lohnt anzuschauen und zu würdigen. Wo kommt es überhaupt her? Wer das versteht, dem öffnet sich auch mehr und mehr der Weg zu einer erfüllten Sexualität.

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Überraschung! Das Wort prüde ist ursprünglich positiv besetzt

Prüde sein gilt heute oft als uncool - und als das Gegenteil von "Gut im Bett sein". Das war allerdings nicht immer so. Ein Blick auf die Wortherkunft hält Überraschungen parat. Prüde kommt aus dem Französischen: Dort gibt es das Wort "prude". Das wiederum leitet sich vom Altfranzösischen Wort "prode" ab. Und jetzt aufgepasst: Dieses Wort wurde in Verbindung mit dem Begriff für Mann und Frau verwendet, wenn es um tüchtige tapfere, ehrenhafte und sittsame Menschen ging.

Erst in Bezug auf die Sexualität und den eigenen Körper erfuhr der Begriff eine Umdeutung und wurde eher als negative Beschreibung genutzt. Prüde sein, das gilt heute als Gegenentwurf zur Freizügigkeit.

Unsere Straßenumfrage: Was ist für euch prüde?

Neugierig, was Leute auf der Straße damit verbinden, prüde im Bett zu sein? Das sagten Männer und Frauen bei einer Umfrage von "Paula kommt" dazu:

  • "Ich bin kein wilder Hengst im Bett - aber das würde ich nicht als prüde beschreiben."
  • "Prüde ist für mich, wenn der BH beim Sex anbleibt."
  • "Wenn Sex nur unter der Bettdecke geht und das Licht ausbleiben soll."
  • "Ich mag keinen Analsex, weil ich das schmutzig finde. Wenn aber eine Frau das wollte und ich es nicht will, würde ich mich als prüde empfinden."
  • "Prüde sein kann man nicht einfach wie auf Klick ablegen. Es ist ein Prozess, den man durchläuft."
  • "Ich hatte Regeln im Kopf, was ich darf und was nicht."
  • "Fesselspiele und SM fand ich früher voll abgespaced. Aber jetzt finde ich es normal. So etwas verändert sich ja auch."
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Du findest dich prüde - und möchtest etwas dagegen tun?

So viel vorweg: Du musst nicht jeden Sex-Trend mitmachen, bloß um nicht prüde zu wirken. Viel wichtiger ist es, deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu kennen - und diese auch formulieren zu können. Dafür bedarf es ein gewisses Maß an Vertrauen zu deinem Partner oder deiner Partnerin beim Sex.

Oft haben wir Regeln im Kopf, was wir beim Sex dürfen - und was nicht. Meistens sind solche Dinge gesellschaftlich erlernt. Der Weg zu einer offenen und genussvollen Sexualität führt über Ehrlichkeit. Es geht nicht darum, etwas nur mitzumachen, aus Angst, den Freund oder die Freundin zu verlieren - und bloß nicht als prüde zu gelten. Was viel besser funktioniert: Finde heraus, was du magst in der Sexualität:

  • Was sind deine Vorlieben?
  • Was wünschst du dir?
  • Was möchtest du gern ausprobieren?
  • Was erregt dich?
  • Was bereitet dir Lust?

Stell dir zunächst diese Fragen und schau, womit du gern experimentieren möchtest. Nur so findest du heraus, was dir gefällt und was dir nicht gefällt. Klar, experimentieren heißt auch: Manchmal ist es vielleicht nicht geil. Das ist ja auch okay - und du darfst das auch formulieren. Im besten Fall kannst du dann mit deinem Partner und deiner Partnerin sogar im Nachhinein darüber lachen und es humorvoll betrachten. Sex darf verspielt sein.

Wichtig ist nur: Respektiere dabei deine Grenzen und die deines Partners oder deiner Partnerin. Auf diese Art findet ihr gemeinsam zu einer genussvollen Sexualität und lernt euch auch als Person noch intensiver kennen. Die Beziehung gewinnt dann an Tiefe.

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Dein Freund oder deine Freundin weist dich zurück beim Sex: So kannst du damit umgehen

Eine peinliche Situation im Schlafzimmer - daran haben manche Menschen oft lange zu knabbern. Das kann sich dann aufstauen und zu Verhalten führen, das prüde und abweisend wirkt. In Bezug auf Sex leidet schnell das Selbstwertgefühl. In einer Partnerschaft ist hier Einfühlungsvermögen gefragt. Offene Gespräche ohne Vorwürfe können ein Gamechanger sein. Wichtig: Zeige Verständnis und höre zu. Und natürlich darfst du deine Wünsche äußern. Auch, wenn sie gerade nicht erfüllt werden oder erfüllt werden können. Sie dürfen trotzdem einen Platz bekommen, indem du sie ohne Druck mitteilst. Vielleicht gibt es auch eine Annäherung, die schrittweise möglich ist. Schaut als Liebespartner:innen gemeinsam, was ihr euch vorstellen könnt und klärt auch Grenzen.

Manche Menschen haben auch Gewalt in der Sexualität erfahren und verhalten sich deshalb nicht offen oder zurückweisend. Kein Wunder: Mit Berührung ist dann oft ein Gefühl von Unwohlsein verbunden, Schutzmechanismen werden getriggert. Traumatische Erlebnisse sind auch im Körper gespeichert. Der Umgang damit erfordert Verständnis und Zuwendung. Hier kann therapeutische Unterstützung hilfreich sein. Denn der Umgang allein mit solchen Traumata endet oft in einer Sackgasse. Dabei ist die Sehnsucht nach mehr Offenheit häufig groß.

Was ist eigentlich Scham und woher kommt sie?

Scham ist ein unangenehmes Gefühl. Dabei kommen wir uns falsch vor und fühlen uns vielleicht auch anderen Gegenüber schuldig. Oft wollen wir die Scham schnell loswerden. Dabei gilt: Scham ist wichtig für unser soziales Miteinander. Sie hilft, soziale Regeln einzuhalten. Scham zeigt uns etwa, wann wir Grenzen übertreten.

Kleinkinder erfahren Scham erstmals ab einem Alter von 14 Monaten. Vorher freuen sich Eltern meistens über alles, was das Baby tut. Nun setzen sie Grenzen - und das Kind lernt: Es kann auch etwas falsch machen. Die ersten Erfahrungen von Tadel können Kinder wie in ein energetisches Loch ziehen. Das Kind braucht die Beziehung, um dort wieder herauszukommen. Allein schafft es das noch nicht. Es braucht Beziehung, um sich zu regulieren. Nimmt die Mutter etwa das Kind dann wieder in den Arm, ist das Gefühl der Scham meistens schnell wieder vorbei. Demütigen Eltern hingegen ein Kind weiter, dann wird die Scham toxisch. Das Kind bleibt darin gefangen. Das kann zu Wut und Aggression führen.

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