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Die Sprache der Pferde

Trainer Raphael Dysli kommuniziert mit Pferden durch Körpersprache

Pferdetrainer Raphael Dysli spricht mit Pferden ohne Worte.
Pferdetrainer Raphael Dysli spricht mit Pferden ohne Worte.© sixx/Sabina Weber

Dass Mensch und Tier nicht dieselbe Sprache sprechen, ist keine neue Erkenntnis. Dennoch schaffen es Pferdetrainer wie Raphael Dysli, ohne Worte mit Pferden in Kontakt zu treten, Vertrauen aufzubauen und klare Regeln für ein sensibles Miteinander aufzustellen. Was der Pferdetrainer aus der Körpersprache eines Pferdes lesen kann, verrät er bei sixx.

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Pferde brauchen keine Worte

Pferde sind Herdentiere mit ihrer eigenen Sprache. Dafür brauchen sie jedoch keine Worte, sie kommunizieren untereinander durch Mimik, Gestik und Atmung.

Über Jahrhunderte haben sie ihre eigene Art der Kommunikation entwickelt, die für Menschen im ersten Moment fast unsichtbar erscheint. Oft zeigt eine kleine Bewegung des Ohrs oder eine Kaubewegung im Maul den Gemütszustand des Tieres.

Auch an der Größe der Pupillen und an der Atemfrequenz kann Pferdetrainer Raphael Dysli den energetischen und emotionalen Zustand eines Pferdes erkennen.

Anzeichen für ein gestresstes Pferd

  • unruhiger Gemütszustand
  • häufiges Wiehern
  • ständiges Geben der Hufe und auf der Stelle "Tänzeln"
  • ständiges Schlagen mit dem Schweif
  • verkrampfter Kiefer
  • aufgeblähte Nüstern
  • unruhiges Ohrenspiel
  • häufiges äpfeln

Ein Gefühl für sein Gegenüber bekommen

Nachdem Raphael Dysli bei neuen Pferden die Mimik und Gestik ganz genau unter die Lupe genommen hat, testet er die Kooperationsbereitschaft: "Du merkst ja, wie viel Druck du brauchst. Ob es [das Pferd] Aufgaben sofort ausführt oder nicht. Ob es Karenzzeiten hat, ob es nachfragt oder ob es dich angeht, wenn du sagst 'Mach das' und es macht es nicht."

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Anhand der Reaktion des Pferdes können viele Rückschlüsse auf seinen aktuellen Zustand und die Arbeitsmoral gezogen werden. All diese Erkenntnisse helfen Raphael, den Ist-Zustand seines Trainingspartners festzustellen.

Der Pferdetrainer Raphael Dysli
Artikel

Pferdetrainer Raphael Dysli stellt sich vor

Pferdetrainer Raphael Dysli liebt nicht nur die Arbeit mit den Pferden, er lebt auch mit ihnen zusammen auf der Hacienda Buena Suerte in Andalusien. Alles was du zu Raphael Dysli wissen musst, erfährst du hier.

  • 15.07.2022
  • 12:28 Uhr

Wie und was fühlt das Pferd?

Das Training mit den Pferden beginnt Raphael Dysli immer gleich: Als Erstes muss eine Vertrauensbasis aufgebaut werden. Dafür beginnt er mit der Grundkommunikation vom Boden aus, bei der er, wie oben bereits beschrieben, Gemütszustand, Kommunikation und Arbeitsbereitschaft abfragt.

Wichtig ist hierbei besonders, die Distanz zum Tier zu wahren und nicht mit Druck etwas erreichen zu wollen. "Generell muss du ausgeglichen sein, wenn du zu deinem Pferd gehst", erklärt der Pferdetrainer. "Das ist schon einmal Schritt Nummer eins. Wenn du extreme Emotionen in dir trägst, dann gehe am besten nicht zu deinem Pferd oder arbeite nicht mit deinem Pferd."

Anzeichen für ein entspanntes Pferd

  • eines der Hinterbeine wird entlastet
  • Gähnen
  • Gesenkte Kopfhaltung und Dösen
  • Lockere/hängende Unterlippe
  • Lockere Halsmuskulatur
  • halb geschlossene Augen

Zwang und Druck sind No-Gos beim Pferdetraining

Sitzen die Basics im Umgang mit den Pferden, beginnt die genauere Verhaltensanalyse. Sobald der Pferdetrainer ein Problem bei seinen vierbeinigen Schülern erkannt hat, heißt es im ersten Schritt: Deeskalation. "In der Situation, in der das Pferd Panik oder Angst hat, wollen wir sofort das maximale Spannungsmoment lösen", kommentiert Raphael Dysli. "Ich such mir eine viel leichtere, kleinere, schmalere Situation, wo ich ganz wenig Energie reinbringen muss, um etwas zu verändern. Und dann arbeite ich mich da Schritt für Schritt vor."

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Kleiner gesteckte Ziele mit wenig Druck, dafür mit vielen Erfolgsmomenten zur Bestätigung machen die Trainingsmethode so erfolgreich.


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