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Ach, Du schöne Weihnachtszeit, hat es heute schon geschneit? Seht nur, dort ist alles weiß, wie Sahne auf Vanilleeis. Nein, nein, beschäftigen wir uns nicht mit vorweihnachtlichem Geplänkel – fragen wir uns lieber, wie man anderen Menschen so richtig auf die Nerven gehen kann. Das mag schlecht für das Karma sein, aber glaubt mir, manchmal ist ein bisschen Niedertracht einfach unglaublich befreiend.

Die Zutaten sind einfach.

Du brauchst:

  • 1 oder mehrere Kinder
  • ein paar Tropfen finsterer Gedanken
  • eine gute Gelegenheit, zum Beispiel Weihnachten oder einen Geburtstag (wenn es dich besonders juckt: Auch eine selbsterfundene Gelegenheit macht Freude, einfach, weil es heute so schön frostig ist oder weil du einfach nicht dran vorbeigehen konntest, an dem Ding).

Gut zusammenrühren, eine Weile setzen lassen. Noch heiß servieren.

Wovon die Rede ist? Natürlich von dem idealen Geschenk für die Kinder anderer Leute.

Es gibt viele Arten, nett zu sein, die große Kunst aber liegt darin, vordergründig nett zu scheinen, in Wahrheit aber ein teuflisches Grinsen auf den Lippen zu haben. Übrigens nie zum Nachteil der Kinder, denn Kinder freuen sich über fast alles, und das zurecht. Wie oft befreundet sich das eigene Kind jedoch mit einem anderen Kind, dessen Mutter (manchmal auch der Vater, keine Frage) mit endlosen Monologen in den Ohren liegt, wie fein und herrlich der letzte Sardinienurlaub war, wobei dies ja bekanntermaßen eine sehr exklusive Insel sei und man nur dank der Empfehlung des Chefs des lieben Herrn Gemahls in diesem wirklich VIP-durchtränkten Club gelandet sei, was sicher auch nicht jeder könne, sich da so unter seinesgleichen zu fühlen...

Und man sitzt da und denkt: "Ogottogott, gleich trocknet mein Hirn aus und kann nicht weg, weil das liebe Kind noch nicht alleine da bleiben mag trotz seiner vier Jahre (wahrscheinlich hat es Angst davor, von der Mutter des Freundes in ein Gespräch verwickelt zu werden) und lässt sich Kuchen servieren, den die Gastgeberin leider, leider nicht mitessen kann, weil sie sonst nicht mehr in das neue Abendkleid passt und man wisse ja nie, plötzlich komme eine wichtige Einladung und dann stehe man da.

Paulas Geschenktipps für Kinder mit nervigen Eltern

Nun hat eben jener Freund Geburtstag oder es geht wie jetzt auf Weihnachten zu und du überlegst hin und her, was du dem guten Jungen (der ein wirklich feiner Junge ist, trotz der Eltern) schenken könntest. Überleg nicht weiter! Folgende Möglichkeiten:

  • eine Blechtrommel. Der Klassiker unter den Killerpräsenten. Laut, präzise, ein Schlag ins Gesicht denkender Menschen. Ein Liebling der Kinder, die noch Jahre später leidenschaftlich trommelnd durch die Wohnung laufen und heimlich eine Leidenschaft für Sepultura und sämtliche Band entwickeln, die experimentellen Speed Metal spielen. Vorteile: extrem langlebig. Für Klein und Groß geeignet. Nachteile: keine.
  • Batteriebetriebene Musikinstrumentverschnitte. Kinder lieben es, wenn es klingt und tönt und dabei noch schön bunt blinkt. Was am Anfang noch ganz lustig ist, entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einer nervtötenden Belästigung. Die Wirkung ist in etwa die gleiche wie bei Folteropfern, denen in regelmäßigen Abständen ein Wassertropfen auf den Kopf fällt. An sich ist es nichts, in der Masse aber droht es einen in den Wahnsinn zu treiben, Vorteile: sich langsam steigernde Qual. Nachteile: die Batterien können herausgenommen oder leer werden. Nur für jüngere Kinder geeignet.
  • Das Laserschwert. Ohne Frage ein Muss für jedes Kind, das etwas auf sich hält. Sogar für die Älteren, ergo: man bekommt sogar den Vater dazu, sich für das Ding zu begeistern. Auf Dauer entspricht die Wirkung des summenden Schwertes genau der oben beschriebenen Instrumente. Vorteile: Für fast alle Altersgruppen. Ist unauffällig, weil es auch bei Erwachsenen für Verzückung sorgt. Nachteile: Zerbricht leicht. Batterie hält nicht ewig (s.o.)
  • Mitbringsel aus dem McDonalds Happy Meal (batteriebetrieben). Die kleine Qual für zwischendurch. Wer auch immer sich bei McDonalds das Spielzeug für die Juniortüten ausdenkt – ohne Frage ist er Genie und Schwein zugleich. Das Zeug ist handlich (kann also überall mit hingenommen werden) und bestialisch geisttötend (noch jemand Opfer von dem singenden Kinderhandy "Ich bin ein Gummibär, ich bin ein Gummibär, ich bin ein GummiGummiGummiGummiGummibär, oh yeah" geworden?). Das Tolle daran ist, dass man es einfach so ganz ohne Anlass mitbringen oder vergessen kann. Die Fortgeschrittenen verleihen es auch. "Aber natürlich darfst Du das Handy ausleihen, Finn. Zeig das deiner Mami, die freut sich riesig!" Vorteile: Im Grunde recht kostengünstig, vor allem, wenn man den Schaden betrachtet, den es anrichten kann. Leicht zu verwalten, man kann es auch einfach mal irgendwo vergessen. Nachteile: Lebt nicht ewig. Kann wegen mangelnder Größe unauffällig durch die Eltern entsorgt werden.

Geschenke spiegeln die Freundschaft

Nun sagst du dir natürlich: "Moment mal, die Eltern von Malte haben unserer Mathilda doch im letzten Jahr auch eine Blechtrommel geschenkt! Dabei mögen wir uns doch so!" In diesem Fall habe ich schlechte Nachrichten für dich. Menschen, die einen wirklich mögen, schenken dem Kind vernünftige Geschenke, die die Seele von Kind und Eltern gleichermaßen massieren. Ein hübsches Buch etwa (schon "Steinsuppe" gelesen? Wohl mit das beste, tollste Kinderbuch der Welt) oder ein bisschen Lego, mit dem das Kind seine Kreativität voll zur Geltung bringen kann. Oder, wenn es etwas Größeres sein soll, ein hochwertiges Stofftier. Oder auch nur ein paar Murmeln.

Im Grunde kannst du deinen Status im Freundes- und Bekanntenkreis ganz leicht daran bemessen, was die fraglichen Herrschaften deinem Kind schenken. Eine Maultrommel? Nicht gut. Ein viertastiges Mimiklavier von Fisher Price? Dann mögen die dein Kind ganz gerne, hegen jedoch mindestens latente Abneigungen gegen dich persönlich. Vielleicht redest du zu viel? Ein Geolino-Abo? Da liebt dich jemand wirklich! Ein Pippi-Langstrumpf-Buch? Dito. Ein Floh-Spiel? Dahinter verbirgt sich ein echter Amigo.

Eure Paula