Darum gibt es den Equal Pay Day

Auf die Lücke, die sich auftut, wenn man Männer- und Frauengehälter miteinander vergleicht, macht der Equal Pay Day aufmerksam. Der ist in Deutschland in diesem Jahr am 18. März. Warum? Am 9. November 2017 ist die Equal Pay Day Kampagne 2018 gestartet. Das Statistische Bundesamt hat ermittelt, dass Männer 2016 im Schnitt 21 Prozent mehr verdienen als Frauen. Zu den Vorjahren ist das übrigens keine nennenswerte Veränderung. Umgerechnet sind das 77 Tage, für die Frauen nicht bezahlt werden. Heißt sinnbildlich: Frauen arbeiten 2018 bis zum 18. März umsonst, während Männer regulär ab dem 1. Januar bezahlt wurden. 

Die Zahl des Statistischen Bundesamtes basiert auf dem Vergleich aller Löhne von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen. Trotzdem: Vergleicht man Männer und Frauen in gleichen Positionen, ergibt sich immer noch eine Differenz von sechs Prozent.

Darum brauchen wir den Equal Pay Day

Es sollte doch eigentlich ganz einfach sein: Frauen müssen für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn bekommen. Frauenquoten und Entgelttransparenzgesetze haben in Deutschland bereits Verbesserungen mit sich gebracht, aber noch lange nicht für Gleichberechtigung gesorgt. Dafür braucht es noch mehr Transparenz, unabhängig von der Größe eines Unternehmens, von der Position und dem Verdienst einzelner Personen.

Auch Hollywood ist davon betroffen. Hier geht es um Millionenbeträge, manche können da nur mit den Augen rollen, aber Jennifer Lawrence bringt das Problem in einem Beitrag für Lena Dunhams Blog auf den Punkt: „Es geht in dieser Diskussion nicht darum, ob eine berühmte Schauspielerin ein paar Millionen weniger verdient als ihre männlichen Kollegen. Es gibt die Einkommenslücke in jeder Branche.“ Und bei Ungerechtigkeit kommt es nicht darauf an, ob man im Luxus schwelgt und eine großartige Karriere hat.

Das Schlimmste ist, dass man in den meisten Fällen den Frauen selbst die Schuld für ihre vergleichsweise niedrigeren Gehälter gibt. Mit „die Männer haben vielleicht besser verhandelt“ wies sogar ein Richter die Klage einer Moderatorin gegen die Lohnungleichheit ihres Unternehmens ab. Dabei schließen mehr Frauen das Abitur und einen Uni-Abschluss ab als Männer und haben dann auch noch den besseren Notendurchschnitt. Gesetze zur Lohngleichheit (ohne Schlupflöcher!) sind eine gute rechtliche Lösung; Umdenken bei den Arbeitgebern aber ist die viel wichtigere Maßnahme.

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