Nicht falsch verstehen. Die Empowering-Bewegung ist wirklich wichtig. Empowering steht, vereinfacht ausgedrückt, für mehr Selbstbestimmung von Frauen und Gleichberechtigung der Frauen. Das wiederum sorgt nachweislich für Wirtschaftswachstum, politische Stabilität und positive soziale Umbrüche. Klingt nach der Zukunft, die wir alle wollen. Es gibt trotzdem zwei Probleme, die alleine in diesem Wort begründet sind.

Empowering klingt, als hätten Frauen die Gleichberechtigung selbst in der Hand

Immer wieder werden Frauen bewundert, die „empowering“ sind. Sie setzen sich für sich selbst und für andere Frauen ein. Und alle anderen? Haben vielleicht Angst, zu versagen, doch nicht überlegen oder sogar ein Hindernis zu sein – das glauben zumindest zahlreiche Ratgeber und geben Tipps, wie man sich schließlich doch noch „empowern“ kann.

Nur haben Frauen das gar nicht immer selbst in der Hand. Weltweit werden regelmäßig Frauen missbraucht und misshandelt, noch immer haben in weiten Teilen der Welt Mädchen eine schlechtere Zukunftsperspektive als Jungs. Dagegen hilft keine Horde Empowering-Frauen, sondern eine ganze Gesellschaft, die endlich etwas verändert.

Empowering wird als Wort heute inflationär verwendet

Und das nicht nur, weil es in vielen Ländern (wie auch im Deutschen) keine richtige Übersetzung gibt. Sondern weil der Begriff Trend ist und mittlerweile wunderbar als Marketing-Kampagne funktioniert. In dem Zuge werden Schauspielerinnen beklatscht, die kein Make-up tragen wollen und Models, die sich nackt auf einem Pferd fotografieren lassen, weil sie damit demonstrieren, selbst über ihren Körper zu bestimmen.

Was es aber dringender braucht, sind mehr Ausbildungsmöglichkeiten für Mädchen und Karriereperspektiven für junge Frauen. Für die kann man als Frau natürlich kämpfen, aber die ganze Welt muss mitmachen.

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