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Im Laufe meines Dating-Lebens gab es verschiedene Typen von Männern und ich dachte immer, dass ich sehr variantenreich verknallt war und keinen richtigen Typ Mann hatte.

Mein erster Herzbube war fast weißhaarig, so hellblond war er und ich war sicher ein ganzes Jahr heimlich in ihn verknallt und dann noch ein halbes nicht mehr ganz so heimlich. Dann kam einer, der ganz dunkelhaarig war und mager, der wiederum abgelöst wurde durch einen, der winzig war, also bestimmt einen Kopf kleiner als ich. Da war ich 17, glaube ich, und fand mich megamodern, obwohl ich nach einer Weile anfing, schief zu stehen, damit der Größenunterschied nicht zu sehr auffallen würde.  Dann kam mein erster richtiger Freund, der groß war und hellbraun auf dem Kopf, wobei ich bis heute den Unterschied zwischen hellbraun und dunkelblond nicht genau benennen kann. Gut möglich, dass er dunkelblond war, sicher ist: Dieser Mann hat Standards gesetzt.

Studie besagt, dass wir immer den gleichen Typ Mensch zum Partner wählen

Eine Studie der University of Toronto hat herausgefunden, dass wir dazu neigen, immer den gleichen Typ Mensch zum Partner zu erwählen. Selbst wenn man nach einer Trennung entscheidet, dass jetzt wirklich mal ein komplett neues Modell kommen muss, landen die meisten doch genau da, wo sie vorher aufgehört haben. Das muss nichts Schlimmes sein, es zeigt nur, dass wir Menschen uns an einen bestimmten Typus gewöhnen und dann dazu neigen, andere Persönlichkeiten eher nicht in Erwägung zu ziehen.

Ich kann das absolut bestätigen. Nach dem ersten Mann lagen bis zum zweiten Mann ähnlicher Bauweise (nicht nur außen, sondern auch innen) zwar ein paar Gestalten anderer Art, aber in die Beziehung haben es immer nur dunkelblonde/hellbraune Männer über 192 Zentimeter und mit ähnlichem, nicht gleichen Charakter geschafft.

Auch mal den Blickwinkel ändern

Nun sagt der Charakter nicht alles darüber aus, wie sich jemand in einer Beziehung verhält. Mit dem einen klappte es besser, mit dem anderen schlechter. Aber das Typ-Problem erklärt natürlich auch, warum man in den Beziehungen in seinem Leben mit sich wiederholenden Problemstellungen zu kämpfen hat. Logischerweise nimmt man sich selbst immer mit in die nächste Beziehung. Und wenn man nicht an sich arbeitet, wird sich an einem selbst nicht allzu viel verändern. Erschwerend wiegt aber eben auch der Faktor der Wiederholung.  Sich festzulegen schmälert den Blick auf andere potentielle Partner, die möglicherweise Charaktereigenschaften haben, die besser zu einem passen. Nicht umsonst rät man Langzeitsingles immer dazu, den Blickwinkel zu verändern. Das ist in der Theorie leicht gesagt, in der Praxis aber unendlich schwer.

Um aus dem Dilemma, falls es eines ist, herauszukommen, empfehle ich, bei jeder Neueroberung einen Vergleich anzustellen. Was hat mich an der Persönlichkeit meines früheren Partners gestresst oder verärgert? Was hingegen mochte ich und würde ich gerne in dem neuen Partner wiedersehen? Dinge niederzuschreiben, hilft, sowohl Kopf als auch Herz zu ordnen und mit halbwegs unverstelltem Blick auf den potentiellen Lebensbegleiter zu schauen. Mit anderen Worten: Augen auf bei der Partnerwahl. Es könnte der gleiche sein wie vorher.

 

Alles Liebe
Paula