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Frag Paula: Woran erkennt man eine vaginale Infektion und was kann man dagegen tun?

Staffel 1

Vaginale Infektionen, wie Scheidenpilze können jeden befallen. Daran merkt man es und das kann man dagegen dann tun. Außerdem: Diese hilfreichen Tipps, helfen dagegen vorzubeugen.

22.03.2017 12:09 | 4:40 Min | © sixx.de

Scheidenpilz: Eine vaginale Infektion erkennen und behandeln

Der Scheidenpilz ist einer der häufigsten Infektionen im weiblichen Intimbereich überhaupt. Er geht oftmals mit Jucken, Brennen und Scheidenausfluss einher. Wie man diesen genau erkennt und was gegen eine vaginale Infektion hilft, erfahrt ihr hier.

Was ist ein Scheidenpilz?

Mit einem Jucken oder Brennen im Intimbereich gehen oftmals auch quälende Ängste und Unsicherheiten einher: Bin ich unsauber? Ist das eine Geschlechtskrankheit? Muss ich jetzt zum Arzt gehen?

Meist steckt ein Scheidenpilz dahinter – auch bekannt als Vaginalpilz oder als Vaginalmykose. Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung im weiblichen Intimbereich, bei der es zu einer Entzündung der Schleimhäute und Scheide – einer vaginalen Infektion – kommt. Schätzungen zufolge leiden mehr als 75 Prozent der Frauen mindestens einmal in ihrem Leben an einem Scheidenpilz und einer damit einhergehenden vaginalen Infektion.

Ursachen einer Scheidenpilz-Infektion

Pilze und andere Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien sind in der Scheidenflora nichts Ungewöhnliches. Auch Scheidenpilz-Erreger sind oftmals schon vorhanden. Sie besiedeln die Haut und die Schleimhaut, lösen aber zunächst keine vaginale Infektion aus. Das verhindert das saure Scheidenmilieu, das in etwa einen pH-Wert von 4,5 besitzt. Erst wenn dieses aus dem Gleichgewicht gerät, hat das eine Vermehrung des Erregers und somit auch eine Scheidenpilz-Infektion zur Folge.

Eine vaginale Infektion wird in der Regel durch einen Hefepilz, dem Candida albicans oder einem engen Verwandten des Genus Candida, verursacht.

Begünstigende Faktoren

Ein geschwächtes Immunsystem infolge von Infekten, Erkrankungen, Hormonschwankungen, Schwangerschaft, Wechseljahren oder Stoffwechselstörungen kann einen Scheidenpilz und eine damit einhergehende vaginale Infektion begünstigen. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente, übermäßige Körperhygiene durch Intim-Sprays und Co., synthetische Unterwäsche, eng anliegende Kleidung, eine zuckerreiche Ernährung und psychische Belastung wie Stress machen Frauen anfällig für einen Scheidenpilz.

Scheidenpilz1

Unangenehm: Scheidenpilz ist eine Infektion im Intimbereich, die oftmals mit einem Brennen und Jucken einhergeht.

Scheidenpilz durch Sex?

Auch wenn sich Scheidenpilz-Erreger auf dem Penis oder in der Harnröhre befinden können, ist es eher unwahrscheinlich, sich beim Sex eine vaginale Infektion zu holen. Nichtsdestotrotz gibt es einiges zu beachten: Vor allem beim Analsex besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, da sich im Darm und am Po mehr Scheidenpilz-Erreger befinden. Daher birgt insbesondere der Wechsel von analem auf vaginalen Sex ein größeres Risiko. Darmkeime und Bakterien in der Vagina können die Scheidenflora schnell aus dem Gleichgewicht bringen.

Scheidenpilz-Symptome

Die Symptome einer vaginalen Infektion können einzeln oder gemeinsam auftreten. Sie können von Frau zu Frau unterschiedlich stark ausfallen. Zu den typischen Beschwerden gehören grundsätzlich:

  • starker Juckreiz im Intimbereich
  • schmerzhaftes Brennen im Intimbereich
  • weiß-gelblicher, cremiger bis krümeliger Scheidenausfluss
  • Schwellungen und Rötungen im Intimbereich
  • rissige Haut im Intimbereich
  • Schmerzen während des Sex’
  • Schmerzen während des Wasserlassens

Scheidenpilz behandeln

So unangenehm die Symptome auch sind, eine vaginale Infektion lässt sich in der Regel problemlos mit Anti-Pilz-Medikamenten, mit sogenannten Antimykotika, behandeln. Diese enthalten hemmende Wirkstoffe wie Imidazole, Nystatin oder Providon-Jod, werden als Zäpfchen oder Vaginaltabletten gereicht und in die Scheide eingeführt. Alternativ gibt es auch Cremes, die einfach auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Je nach Dosierung des Anti-Pilz-Medikaments und je nach Schwere der vaginalen Infektion dauert die Behandlung ein bis sechs Tage an.

Scheidenpilz vorbeugen

Verschieden Maßnahmen können einer Scheidenpilz-Infektion vorbeugen. Was die Intimwäsche angeht, sollten Frauen auf pH-neutrale Produkte statt auf aggressive Seifen und Lotionen setzen. Durch Letztere kann die Scheidenflora nämlich leicht aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Eine Vermehrung des Scheidenpilz-Erregers wird auf diese Weise begünstigt. Bei der Toilettenhygiene sollte zudem darauf geachtet werden, dass stets von vorne nach hinten gewischt wird.

Luftdichte und kunststoffbeschichtete Slipeinlagen führen zum Wärmestau und können Scheidenpilz-Erreger ebenfalls begünstigen. Dasselbe gilt auch für eng anliegende oder synthetische Kleidung. Stattdessen empfiehlt es sich, leichte Baumwoll-Unterwäsche zu tragen und diese täglich zu wechseln. Auch mit Mitteln wie Milchsäure-Bakterien, die als Zäpfchen in der Apotheke erhältlich sind, kann ein Scheidenpilz verhindert werden. Diese senken den pH-Wert und halten die Scheidenflora im Gleichgewicht.

Scheidenpilz während der Schwangerschaft

Schwangere Frauen sind anfälliger für eine vaginale Infektion. Denn während der Schwangerschaft kommt es zu Hormonschwankungen, die dazu führen, dass der pH-Wert der Scheidenflora steigt – ein idealer Nährboden für Keime wie einen Scheidenpilz. Doch geht damit gleichzeitig ein Risiko für die werdende Mama und ihr Baby einher?

Grundsätzlich sind vaginale Infektionen während der Schwangerschaft unproblematisch. Nichtsdestotrotz sollten sie nicht auf die leichte Schulter genommen und behandelt werden. Ein Scheidenpilz kann nämlich durchaus ein Wegbereiter für andere Keime sein.

Scheidenpilz2

Gegen Sex bei Scheidenpilz ist medizinisch nichts einzuwenden. Anti-Pilz-Medikamente können allerdings negativen Einfluss auf bestimmte Verhütungsmethoden nehmen.

Sex bei Scheidenpilz

Frauen, die an einer vaginalen Infektion leiden, haben meist keine große Lust auf Sex, zumal ein Scheidenpilz durchaus auch mit Schmerzen beim Liebesspiel einhergehen kann. Aus medizinischer Sicht ist jedoch gegen Sex bei Scheidenpilz nichts einzuwenden.

Wer nicht auf Sex verzichten möchte, sollte sich allerdings im Klaren darüber sein, dass die Anti-Pilz-Medikamente negativen Einfluss auf Verhütungsmittel wie Kondome, Diaphragmas oder Portiokappen haben können. Hormonelle Verhütungsmethoden hingegen wie die Antibabypille, Verhütungsringe oder –pflaster leisten weiterhin ihren Dienst, können aber nicht vor Geschlechtskrankheiten schützen.

Fazit: Jucken und Brennen im Intimbereich, ein ungewöhnlicher Scheidenausfluss – Scheidenpilz ist für viele Frauen unangenehm und lästig, aber grundsätzlich nichts Schlimmes. Eine vaginale Infektion kann in der Regel mit Anti-Pilz-Medikamenten problemlos behandelt und mit ein paar einfachen Tipps vorgebeugt werden.

Weitere Informationen findet ihr hier:

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