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Paula kommt

Frag Paula: Alternative zur Pille - welche hormonfreien Verhütungsmethoden gibt es?

Staffel 122.03.2017 • 11:59

Täglich nehmen viele Frauen die Pille und beeinflussen dadurch ihren Hormonhaushalt. Doch welche hormonfreien Alternativen gibt es, als ebenso sichere Verhütungsmethode? Paula Lambert klärt auf.

Hormonfreie Verhütung: Alternativen zu Pille, Ring und Co.

Viele Frauen wünschen sich eine hormonfreie Verhütung, da sie die Pille, den Verhütungsring oder das Stäbchen nicht gut vertragen. Doch welche Alternativen gibt es noch, wenn auch Kondom und Spirale nicht in Frage kommen? Expertin Paula Lambert stellt euch ein paar weitere Verhütungsmethoden vor.

 

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Verhütung nach Bedarf

Kein Wunder, dass hormonfreie Verhütung so hoch im Kurs steht – immerhin bleiben hormonelle Verhütungsmethoden meist nicht ohne Nebenwirkungen und wirken sich häufig auch stark auf die Stimmung und manchmal negativ auf die Libido aus. Viele Frauen vertragen Pille und Co nicht wirklich gut und suchen daher nach Alternativen. Wenn du bereit bist, dich ähnlich wie bei einem Kondom vor jedem Geschlechtsverkehr um die Verhütung zu kümmern – zum Beispiel, wenn du eher unregelmäßig Sex hast -, dann kommen vielleicht diese Hilfsmittel in Frage.

 

Das Diaphragma: auf den Sitz kommt es an

Das Diaphragma ist ein sicheres Verhütungsmittel, das allerdings perfekt sitzen muss. Dazu wird es beim Gynäkologen angepasst und sitzt dann vor dem Muttermund, wo es ein Zusammentreffen von Eizellen und Spermien verhindert. Ein Gel senkt zusätzlich die Beweglichkeit der Spermien und wird vor dem Einsetzen auf das Diaphragma gestrichen. Das Diaphragma wird frühestens zwei Stunden vor dem Sex eingesetzt und verbleibt danach mindestens sechs Stunden in der Scheide.

 

Es gibt aber auch ein ovales Diaphragma, das rezeptfrei in Apotheken erhältlich ist und universell passt. Es hält bis zu zwei Jahre und ist zudem sehr kostengünstig. Damit diese hormonfreie Verhütung aber auch wirklich sicher ist, solltest du das Einsetzen vor dem Ernstfall mehrfach üben und gegebenenfalls beim Gynäkologen überprüfen lassen. Ähnlich wie das Diaphragma funktionieren übrigens auch das Frauenkondom und die Portiokappe, die beide ebenfalls nur bei Bedarf verwendet werden.

 

Hormonfreie Verhütung: Die fruchtbaren Tage bestimmen

Als hormonfreie Verhütung, die außerdem völlig natürlich ist, kannst du auch die Natürliche Familienplanung (kurz NFP) in Erwägung ziehen. Die Idee ist, durch Berücksichtigung verschiedener Merkmale die fruchtbaren Tage zu bestimmen und somit an den anderen, also unfruchtbaren Tagen, ungeschützten Sex zu haben. Rund um den Eisprung herum kannst du dafür mit Kondom oder anderen Methoden nach Bedarf verhüten oder ganz auf den Sex verzichten. Ein Computerprogramm oder eine einfache Tabelle helfen dir, die Ergebnisse einzutragen und auszuwerten.

 

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Bei der Natürlichen Familienplanung kommt das Fieberthermometer jeden Tag zum Einsatz.

 

So behältst du deinen Zyklus im Auge

Bei der NFP wird jeden Tag zur gleichen Zeit die Körpertemperatur gemessen und der Zervixschleim in der Scheide beobachtet. Beides zusammen ergibt einen Hinweis darauf, wann der Eisprung bevorsteht und du eventuell schwanger werden kannst. Diese Methode erfordert gute Kenntnisse über den eigenen Körper und die Disziplin, jeden Tag Temperatur zu messen und den Zervixschleim zu untersuchen. Sie ist auch gut geeignet bei einem Kinderwunsch, um gezielt an den fruchtbaren Tagen Sex zu haben. Bevor diese Art der hormonfreien Verhütung für dich in Frage kommt, solltest du dringend erst einmal eine dreimonatige Testphase starten, um dich und deinen Zyklus kennenzulernen. Grundsätzlich empfiehlt sich diese Methode vor allem für Paare, die fest zusammen sind und in der Zukunft vielleicht sogar einen Kinderwunsch haben. Ein weiterer Vorteil: NFP ist sehr günstig.

 

Natürliche Verhütung mit dem Verhütungscomputer

Wer es etwas einfacher möchte, kann auch einen Verhütungscomputer benutzen, der die Hormone im Urin misst. Jeden Morgen wird ein spezielles Teststäbchen in den Urinstrahl gehalten und dann in den kleinen Verhütungscomputer gesteckt, der das Hormonlevel misst. Heraus kommen entweder rote Tage, an denen du dich schützen musst, oder grüne, an denen du Sex haben kannst, ohne schwanger zu werden. Die Methode muss allerdings absolut regelmäßig angewendet werden und empfiehlt sich nur für Frauen, die einen regelmäßigen Zyklus haben. Wenn dein Zyklus kürzer als 23 Tage oder länger als 35 Tage ist, ist sie für dich leider nicht geeignet. Verhütungscomputer sind außerdem recht teuer in der Anschaffung, besonders die Teststäbchen müssen immer wieder nachgekauft werden und gehen mit der Zeit ziemlich ins Geld.

 

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Weitere Tipps erfahrt ihr bei "Paula kommt" im Clip! 

Fazit: Hormonfreie Verhütung unterscheidet sich vor allem in Hilfsmittel, die nach Bedarf zum Einsatz kommen und Methoden, die durchgehend angewendet werden. Bei Verhütung nach Bedarf, wie zum Beispiel dem Diaphragma, kommt es ganz entscheidend auf den richtigen Sitz an. Die Natürliche Familienplanung (NFP) hingegen erfordert jeden Tag Disziplin und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. Dafür kannst du an den unfruchtbaren Tagen spontanen Sex ohne jede Hilfsmittel haben. Ähnlich funktioniert auch ein Verhütungscomputer, der die Arbeit abnimmt und die fruchtbaren Tage selbst berechnet. Dieser ist im Gegensatz zur NFP allerdings sehr teuer.