Das fängt bei rosafarbenen Pussy Hats an, die sich Frauen (und übrigens auch Männer) zum Women’s March nach dem Vorbild ihrer Erfinderinnen Jayna Zweiman und Krista Suh stricken (oder kaufen) und auf den Kopf ziehen. Das Meer aus Mützen in Pink wurde zum Symbol für Gleichberechtigung und Solidarität und ein starkes visuelles Zeichen gegen unangemessene Kommentare von einem berühmten Amerikaner, der es lustig findet, Frauen ungefragt zwischen die Beine zu fassen.

Es geht weiter bei der offiziellen Trendfarbe des vergangenen Jahres Millennial Pink, die trotz ernannter Nachfolger die Lieblingsfarbe einer Generation von Mädchen und Frauen bleibt. Weil sie die kitschig klassische Auffassung vom hübschen Mädchen ironisiert und dabei eine intellektuelle Note behält. Millennial Pink ist im Prinzip der Wunsch, dass Schönheit weniger thematisiert oder einer Frau sogar zum Nachteil ausgelegt wird.

New Feminism: Die Freiheit zu seiner Weiblichkeit zu stehen

Schließlich zeigt es sich in der Mode vom Laufsteg, die in Schattierungen von Grapefruit über Rosenquarz hin zu Barbiepink Anzüge einfärbt, die das maskuline Power Dressing der Achtzigerjahre selbstbewusst weiblicher machen. Endlich muss man im Anzug nicht mehr aussehen wie ein breitschultriger Mann, sondern darf auch in der Chefetage zeigen, dass man eine Frau ist. Noch ein Modetrend: Capes in Rosa, in denen man jeden Tag aussieht, wie eine Superheldin, die überall hingehen oder sogar hinfliegen kann.

Ist das noch Feminismus oder ist alles in Rosa viel zu hübsch gemacht? Wir finden: Das muss sich heute nicht mehr ausschließen. Zur weiblichen Emanzipation gehört es schließlich auch, Weiblichkeit als Selbstverständlich anzusehen. Und keine Farbe unterstreicht das besser als Rosa, die eben als die femininste aller Farben gilt. Das ist natürlich in Schubladen gedacht, aber um die aufzubrechen, muss man erst mal mit ihnen spielen. Also ruhig noch ein bisschen rosafarbenen Glitzer dazugeben.

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