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Vielleicht ist Feminismus noch bedrohlicher geworden, seit er nicht mehr nur für wütende Frauen mit ungekämmten Haare und Männerhasserinnen steht, die wohl keine Lust haben, sich die Beine zu rasieren. Man erkennt die angenehm unkomplizierten Damen, die auf ihre Rechte pfeifen nicht an knappen Glitzerkleidern oder adrett geschminkten Gesichtern. So was tragen jetzt auch Feministinnen. Feminismus ist cool. Und das ist wichtig. Spätestens seit ein bekennender Grabscher Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika geworden ist.

Jetzt steht das Bekenntnis zum Feminismus auf anständig entworfenen T-Shirts und Unterhosen. Prominente hübsche Frauen wie Taylor Swift und Emma Watson sind Feministinnen. Man könnte sogar sagen: Feminismus wurde als Marketinginstrument für schlaue Frauen entdeckt.

Warum ist es wichtig, dass Feminismus cool ist?

Wenn Angela Merkel einen öffentlichen Auftritt hatte, wird danach immer analysiert, was sie anhatte. Wenn Frauen keine Karriere, aber Kinder haben möchten, wird das kritisiert. Wenn Frauen keine Kinder, aber Karriere haben möchten, wird das auch kritisiert. Auch immer noch kritisiert wird, wenn Frauen ihr Kind ohne einen Ehemann großziehen möchten. Frauen, die ohne Zustimmung begrapscht werden, wird immer noch gesagt, das sei jetzt wirklich nicht so dramatisch.

Weil die kleine Auswahl oben beschriebener Szenarien immer noch zum Alltag von Frauen gehören, ist es wichtig, dass Feminismus cool und damit medial präsent ist. Ältere Generationen müssen umdenken, heranwachsende Generationen mit einem selbstverständlich gleichberechtigten Frauenbild groß werden. Feminismus ist erst dann nicht mehr cool, wenn man ihn wirklich nicht mehr braucht.

Vielleicht werden Frauen erst mal nicht aufhören, in Frauenzeitschriften lesen zu wollen, wie man Männern gefällt und wie man sie am besten glücklich macht. Cool ist, dass der moderne Feminismus daneben auch für andere Themen sorgt: Gleichberechtigung, Empowerment und ein neues Verständnis von Weiblichkeit.