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Eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden, ist diese: Wie schaffe ich es, in einer Langzeitbeziehung mein Sexleben knusprig zu halten? Ein erschlafftes Liebesleben ist ein Problem, das die meisten kennen. Erst ist jeder noch so winzige Grund gut genug, um übereinander herzufallen, und nach ein paar Jahren fällt einem dann auf, dass seit dem letzten Vollkontakt schon ein paar Wochen oder gar Monate vergangen sind.

"...das Schwere auszusprechen, gibt einem eine unglaubliche Leichtigkeit."

Das wichtigste Stilmittel in solchen Situationen ist die Kommunikation, nicht die Dessous-Auswahl. Viele Paare gleiten in eine alles konsumierende Funktionalität ab und schaffen es nicht mehr, wirklich offen über die eigene Gefühlswelt zu sprechen. Dass das schwierig ist, weiß ich auch. Zuzugeben: Dass man abschweifende Gedankenspiele treibt oder sich eingesteht, dass man schlichtweg unglücklich ist, ist unangenehm. Aber – auch das weiß jeder, der es schon mal gemacht hat – das Schwere auszusprechen, gibt einem eine unglaubliche Leichtigkeit.

Das bringt euer Sexleben wieder in Schwung 

Nun hilft Kommunikation natürlich nicht per se. Man muss es richtig angehen und auf jemanden treffen, der ebenfalls an einer Lösung interessiert ist und nicht in eine Beziehungsbockigkeit verfällt, weil alles andere zu komplex erscheint. Ein simples gemeinschaftliches Erlebnis wie ein Waldspaziergang kann erlahmte Schmetterlinge schon wieder zum Flügelschlagen bringen. Eine kanadische Studie hat jetzt herausgefunden, dass gemeinschaftliche Aktivitäten in abenteuerlicher Natur besonders geeignet sind, um ein müdes Sexleben wieder in Schwung zu bringen. Das ist doch mal eine wirklich gute Nachricht. Paare, die sich self-expanding activities hingeben – also Erfahrungen, die den Horizont erweitern –, haben demnach wieder mehr Sex und vor allem mehr Spaß daran. Paare, die an einer spannenden, abenteuerlicheren oder zumindest neuen Herausforderung teilgenommen haben, hatten danach eine 25 bis 34 Prozent höhere Sex-Wahrscheinlichkeit als solche, die einfach ihr Standardprogramm durchgezogen haben.

Hormonen sei Dank 

Warum das so ist? Ganz einfach: Der Hormoncocktail, den Menschen in spannenden Situationen ausschütten, entspricht ungefähr dem, was der Körper produziert, wenn er verliebt ist. Zudem ist nachgewiesen, dass Menschen sich unter Stress leichter verlieben, was zum Beispiel das Stockholm-Syndrom erklärt. Aber auch, warum so viele sich in ihre Surflehrer verknallen. In Langzeitbeziehungen kann man diesen Fakt aber durchaus für die eigenen Zwecke benutzen.
Eine neue Herausforderung gemeinsam zu bestreiten, ist außerdem eine schöne Gelegenheit, den alten Zausel an seiner Seite noch einmal mit ganz anderen Augen zu sehen. Das Schönste daran: Das Neue muss keine kostspielige Aktivität wie Bungeejumping oder eine Escaperoom-Flucht sein. Man kann auch einfach gemeinsam basteln. Passend zur Jahreszeit zum Beispiel Kastanienmännchen.

 

Alles Liebe
Paula