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Neulich habe ich gelesen, dass Musikproduzenten ihre Lieder immer kürzer werden lassen, ganz einfach, weil die nachwachsenden Konsumenten sich nicht länger als knapp zwei Minuten konzentrieren können. Bohemian Rhapsody wäre heute mit knapp sechs Minuten Spiellänge absolut undenkbar. So ähnlich ist es auch mit dem Fernsehverhalten. Meine Söhne und ihre Freunde halten alles, was über einen kurzen Youtube-Clip hinausgeht, für empörende Zeitverschwendung und kürzen stattdessen Sachen, die so clippig und laut geschnitten sind, dass ich jedes Mal kurz vor einem epileptischen Anfall stehe.

Der Konsum von Medien beeinflusst unser Leben

Das mediale Konsumverhalten beeinflusst natürlich auch das Verhalten in anderen Lebensbereichen. Ich merke das alleine daran, wie ungeduldig ich werde, wenn eine WLAN-Verbindung lahmt. Dass wir früher elendig lange warten mussten, um überhaupt eine Verbindung zu bekommen, spielt keine Rolle mehr, alles unter 0,000001 Sekunde ist definitiv zu lahm. Wenn wir uns das Paarungsverhalten der Großstädter ansehen, dann wird schnell klar, dass auch hier ein Konsumverhalten nicht mehr im Geringsten dem früheren Abtasten ähnelt, sondern einer absoluten Hire & Fire-Kultur gewichen ist, die das Aushalten menschlicher Schwächen gar nicht mehr als Tagesordnungspunkt vorsieht.

TikTok und Dating - Kann das gut gehen? 

Da TikTok gerade so um sich greift, nehme ich an, dass Dating in ein paar Monaten kaum wiederzuerkennen sein wird und ich den einen oder anderen Sohn in die Notaufnahme karren muss, weil er an einer absurden Sexchallenge teilgenommen hat und beweisen wollte, dass man die Rotorblätter eines Ventilators durchaus mit einer stattlichen Erektion aufhalten kann – oder auch nicht.

Es wird nicht mehr geliebt, sondern nur noch geprankt, ahne ich. Beziehungszerwürfnisse werden mit einem großen FAIL!-Stempel versehen durch die sozialen Medien geistern und überhaupt…. sorry, ich muss jetzt los und schauen, was passiert, wenn ich Löcher in die Kondome meines Partners stanze. LOL!

Alles Liebe,
Paula