Am 8. März ist wieder Weltfrauentag und in Berlin wird dieser Tag so ernst genommen, dass er sogar ein Feiertag ist. Nun gibt es ja viele Menschen, die Gleichberechtigung für modernistischen Humbug halten. Warum sie aber so wahnsinnig notwendig ist und warum es so wichtig ist, darüber zu diskutieren, und zwar wieder und wieder, zeigt dieses kleine Übergriffsbingo. Ihr dürft laut „Hier!“ schreien, falls eines davon auf euch zutrifft.

  • Ich wurde schon einmal von jemandem ungewollt angefasst und/oder bewertet
  • Mein Nein wurde schon einmal nicht akzeptiert
  • Mir ist schon einmal jemand gefolgt
  • Ich habe schon häufiger überlegt, ob das, was ich anhabe, mir einen sicheren Nachhauseweg beschert
  • Mir wurde gesagt, dass ich etwas besonders gut kann, weil ich eine Frau bin
  • Ich habe schon ungefragt Dickpics bekommen
  • Mir wurde die Schuld daran gegeben, dass ich sexuell belästigt wurde

Diese Liste lässt sich leider ziemlich lange fortsetzen. Selbst eine Frau, die offensichtlich Opfer einer Vergewaltigung wurde, wird heute immer noch gefragt, was sie denn getan habe, um dem Täter den Übergriff zu erleichtern. War sie zu freizügig gekleidet? Ist sie so dumm gewesen, jemandem zu vertrauen, der doch offensichtlich nur das Eine im Sinn hatte? War sie etwa betrunken? So lange nicht klar ist, dass an Vergewaltigungen alleine der Vergewaltiger schuld ist, so lange wir Frauen bestimmte Dinge nicht tun dürfen oder uns aufgrund unseres Geschlechtes nicht zugetraut werden, so lange braucht es den Frauentag. Und zwar eigentlich jeden Tag.

Neulich habe ich für eine neue Folge „Paula kommt“ gedreht und da wurde mir wieder einmal klar, dass eine Frau, die wirklich im Vollbesitz (und Vollverständnis) ihrer Kraft ist, eine ungeheuerliche Kraft ist. Ich kann nachvollziehen, dass jemand Angst davor hat. Aber das heißt nicht, dass wir das weiter tolerieren müssen.

Happy Frauentag für uns alle!

Alles Liebe,
Paula