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Studien sind nie allgemeingültig, aber sie geben meist einen ganz guten Überblick darüber, in welche Richtung die meisten Züge fahren. Wenn eine groß angelegte Studie zum Beispiel sagt, dass 60 Prozent aller Probanden nach dem Verzehr von täglichen Erdnussbuttersandwiches volleres Haar bekommen hat, könnte man sich überlegen, ob man nicht das ein oder andere Erdnussbutterbrot einschiebt. Es sei denn, die Studie wäre von der Erdnussbutterindustrie finanziert natürlich und abgesehen davon, dass sehr viele Leute auf Erdnussbutter allergisch reagieren. Aber du verstehst, was ich meine.

Eine Studie ganz ohne Allergene hat herausgefunden, dass Beziehungen um ein Drittel stabiler sind und länger halten, wenn die Paare nicht sofort mit einander ins Bett gehen, sondern, Achtung: ZEIT miteinander verbringen. Auf die altmodische Art. Auf diese Weise kann das Paar emotionale Bande miteinander knüpfen, feststellen, ob es wirklich zueinander passt und Gemeinsamkeiten teilt, bevor der Sex kommt und einem die Fähigkeit für bewusste Entscheidungen vernebelt.

In Wahrheit findet man nur den Sex so wahnsinnig toll

Ich weiß, ich weiß. Du hast es meistens andersherum gemacht und ja, ich auch. Das Problem dabei ist nur, dass man dabei glauben kann, in den anderen verliebt zu sein, während man in Wahrheit nur den Sex so wahnsinnig toll findet. Und zack, erscheint der ganze emotional verkrüppelte Mann in einem güldenen Licht, das allein seinem Schoße und nicht seinem Herzen entspringt und du steckst knietief in einer Beziehung, die ohne die ganzen Hormone irgendwie fahl und vor allem falsch wirkt. 

Was bedeutet das in der Praxis? Das einfachste ist, einen Trend dazu auszurufen, dann muss man sich nicht ständig erklären. Du machst ab jetzt Slow Dating, einverstanden? (Es sei denn, du willst nur Sex. Dann bitte weitermachen wie zuvor). Das bedeutet:

  • Kennenlernen, auch über Tinder, ist kein Synonym mehr für „Sofort alle Klamotten runter und vögeln, bis der Arzt kommt, bevor wir nie wieder voneinander hören“.  Stattdessen bedeutet das Treffen, echte Interessen austauschen, authentisch sein und in den Bauch hineinfühlen, ob der Typ wirkliches Engagement wert ist. Mag erst mal zeitintensiver sein, ist aber ohne Frage interessanter, bringt die schöneren Geschichten hervor (ihr müsst auch an mich und meinen Podcast denken, ich liebe diese Art Geschichten!) und erspart langfristig eine Menge schlechter Entscheidungen.
  • Du musst kreativer werden. Sex haben kann jeder, aber Pläne schmieden, mit denen man Kennenlernzeit füllen kann, ist eine Kunst. Wofür interessiert sich der andere, welcher Ort wäre überraschend und was würde dich tatsächlich interessieren? Wie sprichst du mit jemandem, wenn du nicht die Möglichkeit hast, dein Gehirn mit Knutschen zum Schweigen zu bringen?
  • Dem Anderen wird es fast unmöglich sein, eine Show abzuziehen. Noch ein Vorteil. Mit dieser Methode siebst du alle Blender aus und jene, die wirklich nur Sex haben wollen. Stattdessen muss jeder Mensch sein wahres Ich zeigen. Das kann hässlich, schön, traurig, verletzlich, stark, mutig oder feige sein, aber wenigstens ist es echt.

Man hat die Chance eine echte Bindung aufzubauen

Das Großartige ist, dass du mit dieser Methode die Chance hast, echte Bindungen aufzubauen. Selbst wenn es für die große Liebe nicht reicht – na und? Dann hast du vielleicht einen Freund fürs Leben gefunden oder ein paar schöne Museen gesehen. Wenigstens musst du dich nicht nach sechs Monaten fragen, wie du aus der Nummer mit diesem Spinner wieder herauskommst, weil du leider, leider tollen Sex und Verliebtheit verwechselt hast.

 

Alles Liebe,
Paula