Kann ein Mann Bundeskanzlerin werden? Ich nehme es an, grundsätzlich zumindest, wobei ich wirklich gespannt bin, wie die zur Verfügung stehenden Kandidaten ihr Ego derart auf 2021 bürsten werden, dass sie tatsächlich eine Option werden. Das wird ein Spaß!

Was ihnen jedenfalls nicht vorgeworfen werden wird, ist die Frage, wie sie denn Familie und Amt vereinbaren wollen, warum sie dieses oder jenes Kleidungsstück tragen und ob es ihnen nicht manchmal zu viel wird, das alles unter einen Hut zu bekommen. Ich wünsche mir, dass die Zeitungen mal wenigstens für eine Woche radikal ihre Berichterstattung auf die Art umdrehen, wie sie gewohnt sind, über Frauen zu berichten.

Wenn Zeitungen über Männer so berichten würden, wie sie über Frauen berichten

„Der attraktive Kanzlerkandidat Laschet, das wehende Haar in perfekten Strähnen auf der anmutig gebräunten Stirn sitzend, streicht sich verlegen lächelnd über seinen perfekt sitzenden Anzug, der manches, aber eben doch nicht alles von seinem entzückenden kleinen Bauchansatz preisgibt. Seine weißstrahlenden Zähne blitzen keck im Scheinwerferlicht, während er mit einem verlegenen Kichern den wirklich harten Fragen ausweicht. Wie soll er die auch beantworten? Als Mann kennt er sich in bestimmten Bereichen eben einfach nicht aus.“

Das wäre übrigens eine Art, in der ich auch gerne etwas über Markus Söder und seine sexy Faschingskostüme gelesen hätte, aber es bleibt ja nur noch Olaf Scholz. „Ein Bär von einem Mann übrigens, der subtile erotische Botschaften nur so ausschwitzt und es wäre ihm ein leichtes, sich von seinem anstrengenden Job zurückzuziehen und endlich das zu tun, was in seinem Alter am angenehmsten ist: von den Einkünften seiner Frau zu leben und ab und an zur Maniküre zu gehen. Es ist schon bewundernswert, wie er es schafft, bei dieser Belastung immer noch so gut auszusehen. Sein Gesicht ist nahezu faltenfrei und man möchte zu gerne wissen, welches Beautygeheimnis er vor seinen Mitmenschen verbirgt. Aber fragt man ihn nach seiner Routine, hüllt er sich nur in geheimnisvolles Schweigen.“

Das Rollenbild der Frau in der Gesellschaft

Und wenn das nicht geht, dann würde ich mich doch freuen, wenn es endlich mal sachlich zuginge. Einer Frau wird derzeit vorgeworfen, dass sie Kinder hat, dass sie keine hat, dass sie nur Karriere macht oder keine, dass sie Kinder und Karriere vereinbaren will. Dabei ist Inhaltlichkeit gar nicht so schwer. Ebenso wenig wie endlich einzusehen, dass auch Männer sich um Kinder kümmern können übrigens, während eine Frau einem wichtigen Job nachgeht.

Alles Liebe,
Paula