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Es gibt eine Geschichte, die mich in den letzten Tagen sehr beschäftigt und über die ich unbedingt schreiben will, weil mich der Umgang der Medien und der Menschen in den sozialen Netzwerken damit massiv irritiert.

Armie Hammer: Der scheinbare Traummann kämpft mit Missbrauchsvorwürfen  

Armie Hammer ist ein Schauspieler, der eigentlich bekannter sein sollte, als er ist, denn er hatte Hauptrollen in „Codename U.N.C.L.E“, war der „Lone Ranger“ und hat gefüllte Pfirsiche in „Call me by your name“ gegessen. Ein Freund hat einmal gesagt, er hätte immer das Gefühl, dass ein anderer Armie Hammers Rollen noch ein bisschen besser gespielt hätte und vermutlich hat er Recht damit. Armie Hammer ist ein durchschnittlicher Schauspieler aus einer überdurchschnittlich reichen Familie.

Wer Armie Hammer schon mal gesehen hat, der weiß, dass er aussieht wie ein weißer, amerikanischer Traum: blaue Augen, Typ Kapitän der Baseballmannschaft, Schwiegermuttertraum. Seine baldige Ex-Frau komplettiert das Bild, in dem sie die beiden gemeinsamen Kinder kleidet, als stünde die Rassentrennung kurz bevor.

Dieser Armie Hammer also, Saubermann per Image, hat offenbar während seiner gesamten Ehe Affären auf der Seite gehabt, was in Hollywood vermutlich zum guten Ton gehört. Nur das Hammers Geschmack etwas ins Nischige geht, er sei ein Kannibale schrieb er einer und einer anderen, dass er ihre Rippen herausbrechen und auf den Grill werfen wolle. An diesen Details hat sich Twitter vor gut zwei Wochen aufgehangen, wo der Name Armie Hammer plötzlich trendete. Was folgten, waren unzählige Memes und Witze, aber auch Nachrichten wie „Mich darfst du jederzeit essen“. Und das ist der Teil, über den die Medien, überraschend spärlich übrigens, berichteten. Was nicht erwähnt wurde, sind die anderen Nachrichten, die teilweise auf den Instagramkanälen @houseofeffie und @deuxmoi veröffentlicht wurden. Nachrichten, in denen verschiedene Frauen Hammer offenbarten, dass sie in Therapie mussten oder versucht haben, sich das Leben zu neben. Der mehrfache Vorwurf der Vergewaltigung steht im Raum, die Hammer im Deckmantel von BDSM-Spielen begangen haben soll – wohlweißlich offenbar in Abwesenheit eines Safe words.

BDSM mit Machtgefälle in der Abwesenheit von Safe Words ist kein BDSM!

Dass Safe Words wesentlich für jede Form des BDSM sind, weiß man nicht erst seit 50 Shades of Grey. Und Vergewaltigungsspiele ohne Safe Word sind kein BDSM, sondern einfach nur Missbrauch mit einem Twist. Darüber wird nicht berichtet.

Missbrauch findet nie auf Augenhöhe statt. Es muss ein Machtgefälle herrschen, wie zum Beispiel jenes zwischen einem reichen, gut aussehenden Hollywoodstar und jungen Mädchen, die sich aus Naivität und Beeindruckbarkeit in Umstände manipulieren lassen, denen sie so nicht zugestimmt haben. Aber wenn das keine Vergewaltigung ist, dann weiß ich es auch nicht.

Alles Liebe,
Eure Paula