- Bildquelle: Pixel-Shot - stock.adobe.com © Pixel-Shot - stock.adobe.com

Isabella Franke nennt ihre Methode "Decorganizing". Mitgebracht hat sie den Trend von den Top-Coaches der Hollywood-Stars höchstpersönlich. Sie hat selbst fast 10 Jahre in Los Angeles gelebt und weiß, dass Deko und Organisation zusammengehören.

Die richtige Küchenorganisation: Darauf musst du achten

1. Stauraum schaffen

Zuallererst muss alles raus aus den Schränken. Das sorgt zwar kurzfristig für noch mehr Chaos, ist aber der einzige Weg die Küchenschränke von Grund auf neu zu organisieren. Am besten den Küchentisch komplett freiräumen oder eine große Tischdecke auf dem Fußboden ausbreiten. So hat alles Platz, man kann sich einen Überblick verschaffen und erstmal die nun leeren Schränke auswischen.

Jetzt heißt es: Aussortieren! Direkt in den Müll kommen: Lebensmittel die das Mindesthaltbarkeitsdatum deutlich überschritten haben, Geschirr mit sichtbaren Macken und Aufbewahrungsdosen ohne passende Deckel.

Vorsicht auch bei zu viel Nostalgie! Tante Erna wird nicht vergessen, auch wenn das von ihr geschenkte Tee-Service auf Ebay landet. Was nicht zu 100 Prozent gefällt und uns nicht mehr glücklich macht, darf weiterziehen.

Vielleicht ist es sogar Zeit, sich ein richtig schönes Service zu gönnen oder neues Besteck, um das Sammelsurium in Schrank und Schublade zu beenden. Außerdem ist das Leben zu kurz um besonderes Geschirr oder besonders gute Zutaten nur für Festtage aufzubewahren. Jeder Tag darf und sollte ein Festtag sein!

Zur Küchenorganisation gehört auch, den Putzmittelschrank auszumisten. Was da ist, wird natürlich noch aufgebraucht, aber dann wird es Zeit auf umweltfreundlich und nachhaltig umzusatteln. Wirkungsvolle Putzmittel lassen sich mit wenigen Zutaten – oder praktischen Tabs – ganz einfach selbst mischen. Einheitliche Sprühflaschen mit schicken Labels versehen und schon herrscht mehr Ordnung und Platz im "grünen" Putzschrank.

2. Einheitlichkeit schaffen

Bevor es nach dem Ausmisten ans Einräumen geht, sollte man zunächst clevere Gruppen bilden: Welche Lebensmittel sollten zusammenstehen, welche Produkte nutzt man am häufigsten?

Wenn die Gruppen klar definiert sind, lässt sich abschätzen wieviel Platz sie im Schrank einnehmen und ob sie besser in einem Schrankfach, dem Ausziehschrank oder einer Schublade aufgehoben sind. Generell gilt: Was weiter hinten oder sehr weit oben steht, wird schnell vergessen.

Nun heißt es: Passende und vor allem einheitliche Behälter einkaufen oder bestellen.

Mit einem Messbecher vorab abschätzen, wie groß sie ungefähr sein sollten. Am besten nach dem Umfüllen, das Mindesthaltbarkeitsdatum mit einem kleinen Etikett am Boden vermerken und erst nachfüllen, wenn der Behälter komplett geleert ist.

3. Kategorisieren

Mehl, Zucker und ähnliches lassen sich gut in Schraubgläsern aus Glas aufheben. Für den Ausziehschrank – auch Apothekerschrank genannt – eignen sich schmale Gläser, weil sie die Fächerhöhe besser ausnutzen.

Cornflakes, Müsli & Co. lassen sich in Tupperdosen mit Schüttvorrichtung gut in Schubladen verstauen. Gewürze können auch umgefüllt oder zumindest mit einheitlichen Labels versehen werden. Für Gewürz-Fans macht ein Gewürzregal in der Nähe des Herds Sinn.

Kleinere Gläser mit Marmelade, Honig, Senf, Saucen oder Chutneys stehen am besten auf einem Drehteller im Schrank. Das Gleiche gilt für Backutensilien wie z.B. Zuckerstreusel oder Vanillestangen. Eine gute Idee für den Vorratsschrank sind auch offene Boxen, die mit den Gläsern oder Streuern befüllt werden. So kann man sie leicht herausnehmen und muss nicht lange im Schrank herumwühlen.

4. Einsortieren

Eine Variante der Küchenorganisation ist es, Lebensmittel nach Themenwelten zu sortieren. Das heißt: Das gesamte Backzubehör kommt in einen Schrank – vom Nudelholz, über die Silikonformen, bis hin zu den Zutaten. Dieses Ordnungssystem ist  meist für die ganze Familie verständlich. Schließlich sollen sich alle in der neu organisierten Küche zurechtfinden.

Apropos Familienmitglieder: Geschirr für die Kinder, aber auch ihre Trinkflaschen und Brotzeitdosen, kommen in eine Schublade oder ein Schrankfach, das die Kleinen gut und sicher erreichen können. So können sie auch gefahrlos beim Tischdecken helfen und sind glücklich mit anpacken zu können.

Für Kinder ungeeignete Lebensmittel, alkoholische Getränke und natürlich auch Putzmittel und Spülmaschinen-Tabs gehören komplett außer Reichweite oder in ein verschließbares Schrankfach.

Wenn es in der Schublade bei jedem Öffnen und Schließen klappert und scheppert, können variable Schubladeneinsätze helfen. Kleiner Trick: kleine, ausziehbare Vorhangstangen halten Plastikbehälter aber auch Backpapierrollen an Ort und Stelle.

Küchenaufbewahrung: Wieso sind Vorratsgläser so wichtig?

Manche finden es vielleicht albern, sämtliche Lebensmittel umzufüllen. Tatsächlich hat das Umfüllen aber nicht nur einen optischen, sondern auch einen sehr praktischen Nutzen. Wer einmal fast seine kompletten Lebensmittelvorräte entsorgen musste, weil sie mit Lebensmittelmotten befallen waren, weiß wovon die Rede ist.

Fest verschließbare Gläser und Boxen halten Feuchtigkeit und Ungeziefer fern und die Lebensmittel länger frisch. Bei einer vorhandenen Allergie oder Zöliakie helfen sie außerdem, dass sich nicht Spuren der entsprechenden Produkte mit anderen vermischen.

Tipps um das Ordnungssystem aufrecht zu erhalten

Ordnung schaffen ist meist leichter, als sie auch dauerhaft zu halten. Daher gilt: Aussortierte Lebensmittel, Geschirr etc. direkt zum Container, dem Wertstoffhof oder dem Spenden-Shop bringen. Je länger die Sachen noch im Haus rumstehen, desto wahrscheinlicher, dass sie am Ende einfach wieder in den Schrank wandern. 

Neu gekaufte Produkte konsequent in einheitliche Behälter umfüllen und gegebenenfalls entsprechende Labels neu erstellen. Sollte das neue Ordnungssystem nicht wirklich praktikabel sein, ruhig den entsprechenden Küchen- oder Vorratsschrank nochmal neu organisieren.

Das beste Ordnungssystem hilft nur, wenn es auch im Alltag funktioniert.

Und noch ein wichtiger Tipp: Drei Viertel der Arbeitsflächen sollte in der Küche immer frei sein! Schließlich sollen sie Platz zum Arbeiten bieten und nicht der Ablage dienen. Aber das ist leichter gesagt als getan, schließlich ist die Küche meist der Lebensmittelpunkt der Familie und hier sammelt sich so einiges an.

Papierkram, Post und Kinderzeichnungen aus der Kita am besten – erst einmal – in einem Korb im Eingangsbereich ablegen und an einem festen Tag in der Woche abarbeiten. Gleich daneben am besten eine Schale für alle Schlüssel bereitstellen.

Auf die Arbeitsfläche darf ab sofort nur noch, was wirklich täglich in Gebrauch ist. Die Kaffeemaschine zum Beispiel, der Wasserkocher oder der Entsafter. Alles andere wird konsequent im Schrank verstaut.

Notlösung: Unbedingt eine kleine Krimskrams-Schublade reservieren, für alles, was sich einfach nicht logisch einer bestimmten Kategorie zuordnen lässt, aber definitiv einen Platz in der Küche braucht.

Alle Infos zu Sendeterminen, Isabella Franke und viel mehr, erfährst du hier