- Bildquelle: Hot or Not? Die Sommertrends 2013 © STYLIGHT © Hot or Not? Die Sommertrends 2013 © STYLIGHT

Einige Trends, die uns die Designer diesen Sommer auftischen wollen sind schwere Trend-Kost! Da stellt sich die Frage, stylisch oder völlig daneben?

Offene Münder, staunende Gesichter in der Front Row: Manche Fashion-Shows lassen selbst die Redakteurinnen der Vogue erstmal sprachlos zurück. So geschehen bei der Frühjahrs/Sommer-Kollektion von Céline. Denn das Label schickte seine Models in Fell-Birkenstocks auf den Laufsteg und sorgte prompt für die heißeste Debatte des Mode-Sommers. Zusammen mit Jumpsuits und funkigen Statement-Sonnenbrillen setzten sich diesen Sommer fragwürdige Trends durch. Welcher Sommer-Trend ist HOT und welcher NOT? Der Trend-Check:

Birkenstock-Sandalen: HOT

Sie sind der Mode-Hit 2013. Das sonst so klassische, französische Label Céline landete mit seiner kuscheligen Interpretation des Birkenstock-Klassikers einen echten Mode-Coup. Kaum hatten sich Redakteure und angesagte Blogger vom ersten Schock des neuen Birkenstock-Trends erholt, liefen bei Céline die Leitungen heiß. Jeder wollte die Trendschuhe des Sommers haben. Viele Shops mussten die kuscheligen Treter sofort nachbestellen und plötzlich fanden sich die Sandalen in sämtlichen Mode-Blogs wieder. Doch die Fashionistas setzten sogar noch einen drauf. Zu den Birkenstock-Sandalen stylten sie Luxussocken in dickem Strick. Eigentlich ein absolutes No-Go – Vor allem im Sommer! 

Warum die Fashionwelt so verrückt ist nach dem Birkenstock-Trend ist? Auf den ersten Blick scheint die Antwort klar: Wer tagtäglich in hohen Hacken durchs Leben stöckelt, ist wahrscheinlich froh eine Ausrede für orthopädisches Schuhwerk gefunden zu haben. Sie sind verboten bequem und ein Beispiel dafür, wie die Mathematik der Mode im Allgemeinen funktioniert: Man nimmt das Alltägliche, addiert etwas Revolutionäres ( in diesem Fall Fell) und herauskommt ein Trend. Die Frage nach der Tragbarkeit der Hobbit-Latschen bleibt.

Fazit: Für einen entspannten Abend mit Freunden oder beim Shopping in der City ist der Birkenstock-Trend auf jeden Fall klasse. Im Büro hat er nichts verloren! Er mag nicht wirklich weiblich sein und von „sexy“ sind die Jesus-Schlappen so weit entfernt, wie Anna Wintour vom Grunge-Look! Trotzdem, man muss auch in der Mode Humor beweisen! Birkenstocks im 80er Öko-Flair sind dafür ideal. Man muss sie ja auch nicht wie der typische Mallorca-Urlauber kombinieren. Weiße Tennissocken bleiben out!

Jumpsuits: NOT

Die nächste Aussage gleicht einem modischen Selbstmord! In einem Jumpsuit sehen selbst Heidi Klum und ihre GNTM-Mädchen aus wie Grazien in übergroßen Baby-Stramplern. Die Fashion-Welt huldigt den Einteilern nun schon seit mehreren Jahren und ist sich auch diesen Sommer einig: Jumpsuits gehören in jeden Kleiderschrank! Dabei ist der Windel-Look der ultimative Figurkiller und steht den wenigsten Frauen wirklich gut.

Schlanke, androgyne Frauen wirken unweiblich, während der Jumpsuit bei kurvigen Frauen locker zwei Kilo drauf schummelt. Die neuen Jumpsuits bestehen aus edlen Materialien wie Seide und Viskose und sind diesen Sommer auch in lang absolut im Trend. Sie sind eher weit geschnitten und betonen die Figur nicht wirklich. In wilden Mustern tragen sie zudem auf. 

Fazit: Wer trotzdem mit dem Trend gehen will setzt, wie bei Lanvin, auf einen schwarzen Einteiler mit tiefem Ausschnitt á la Stil-Ikone Grace Jones. High-Heels strecken die Silouette und sorgen dafür, dass man nicht wie ein Bauarbeiter aussieht. Eine weitere Alternative: Die neuen Maxiröcke. Sie sind ebenfalls sommerlich luftig und kombiniert mit figurbetonten Crop-Tops auch wesentlich weiblicher als ein Jumpsuit. Im Zweifelsfall kann auch ein breiter Taillengürtel helfen ein bisschen mehr Form zu zaubern.

Statement-Sonnenbrillen: HOT

Ein Sommer ohne Sonnenbrille? Undenkbar! Diese Saison bekommen die Klassiker Wayfarer und Co. Konkurrenz von exzentrischen Modellen. Bunt verspiegelt, mit Blumen oder Cateye-Design verleihen sie jedem Outfit einen Hauch Extravaganz. Dabei ist der Trend zur Statement-Sonnenbrille uralt. Elton John trägt sie seit den 60ern und in den 90ern eroberten sie Dank Love Parade und Techno-Parties bereits einmal die Lauftstege. Die neuen Brillen sind so kreativ wie schon lang nicht mehr. Kitschige Verzierungen, extreme Formen und knallige Farben machen sie zu einem Hingucker für alle, die auf keinen Fall spießig aussehen wollen.

Das nicht ganz so auffällige Einsteigermodell ist die verspiegelte Brille in Neon und wildem Farbverlauf. Als Piloten-Modell oder in leichter Wayfarer-Optik sind sie die idealen Begleiter für Strand und Sport. Woodstock lässt grüßen – Wer etwas mutiger ist, kann eine der runden Blumenbrillen tragen. Die verbreiten Hippie-Feeling und wirken in Kombination mit Blumenkranz und Batikshorts, als hätte man sich direkt aus den 70ern in die Gegenwart gebeamt. Futuristische Sonnenbrillen im Katzen-Look machen Lady Gaga Konkurrenz und sind auch unifarben auffällig genug.

Fazit: Die neuen Sonnenbrillen sind nichts für unscheinbare Fashionistas. Wer sie trägt setzt ein Zeichen. Das kann auch schnell nach hinten losgehen. Mal vom Einsteiger-Modell mit Farbverlauf abgesehen, sind sie nur etwas für Fashion-Profis. Wer normalerweise der Hoodie und Sneakers-Träger ist und plötzlich mit einer gelben Sonnenbrille in Ananas-Form daherkommt, der wird eher für Belustigung sorgen als für Schulterklopfen. Eine Statement-Sonnenbrille muss zum Typ passen. Dann ist sie großes Fashion-Kino!

Langweilig wird der Sommer garantiert nicht. Über die Tragbarkeit unserer drei Trends lässt sich streiten, eines ist allerdings unbestritten: Niemals alles zusammen tragen. Ein Öko-Hippie in Jumpsuit und Statement-Brille ist nämlich selbst für den Karneval eine gewagte Kombination. 

Was ist dein Lieblingstrend im Sommer 2013? Was geht dir zu weit? Sag uns deine Meinung in den Kommentaren!

Teresa Harbeck ist Modejournalistin bei STYLIGHT.de. Würde man sie vor die Wahl stellen: Ein Leben lang High-Heels oder Birkenstock-Sandalen? Sie würde sofort zu den Öko-Latschen greifen! Im Grunde fehlt ihr nämlich seit Jahren eine solide Ausrede, um auch im Büro ihre Lieblingshausschuhe zu tragen.