- Bildquelle: http://www.stylight.de/tere/Boards/Faire-mode/ © http://www.stylight.de/tere/Boards/Faire-mode/

Von wegen Filzpantoffeln und Haremshosen – das Klischee der fairen Öko-Mode hat mit der Realität nichts mehr am Hut. 

Alles in unserem Leben muss fair und ökologisch sein – von der Leberwurst bis zum Knäckebrot. Nur in Sachen Mode sind wir nicht ganz so wählerisch. Wir nehmen im Schlussverkauf auch mal Blessuren hin, weil wir um ein 5-Euro-Schnäppchen gekämpft haben. Wie das hergestellt wurde? Erstmal egal! Doch auch in der Mode findet ein Umdenken statt. Die Zukunft gehört den fairen, biologischen Klamotten. Hier findest du einen Überblick über alles, was es zum Thema „grüne Mode“ zu wissen gibt.

Welche Materialien kann ich tragen?

Schon mal von Öko-Pelz gehört? Ja, den gibt es tatsächlich. Wer nachhaltig und fair shoppen gehen möchte, sollte sich auch Gedanken um die verwendeten Materialien machen. Kunstfaser und Co sind in der Herstellung sehr belastend für die Umwelt und werden oft unter menschenunwürdigen Verhältnissen produziert. Doch auch so manche Alternative hat ihre Tücken.

Hanf: Der Klassiker unter den Ökostoffen. Hat völlig zu Unrecht ein angekraztes Image. Nicht nur Öko-Fimmel werden mittlerweile aus Hanffaser gewonnen, sondern auch echte Designerware. Der Vorteil: Ideal für Allergiker, da hautfreundlich und ohne Spritzmittel verabeitet. Wer mit dem Trend geht, stylt Hanf trotzdem im angesagten Hippie-Look und bleibt dabei modisch fair.

Öko-Pelz und Leder: Klingt paradox, ist es aber nicht. Mittlerweile arbeiten Tierschutzorganisationen mit Pelz-und Lederherstellern zusammen. Statt extra für die Produktion zu züchten werden nur Tiere verwendet, die zum Schutz der Natur gejagt oder zur Fleischgewinnung getötet wurden. Zum Beispiel: Lammfell aus Neuseeland, Rotfuchs aus Australien, heimische Rinder.

Bio-Baumwolle: Toxine und andere Chemikalien sind verboten, gehandelt wird nach der EU-Öko-Verordnung. Auch der Wasserverbrauch wird kontrolliert – allerdings gelten keine festgelegten Regelungen für die Arbeitsbedingungen in den Fabriken.

Recycling: Viele erfolgreiche Modemarken verarbeiten ausgediente Materialien wie PET-Flaschen oder Gummi. Recycling-Mode wie zum Beispiel vom Label Freitag hat die beste Öko-Bilanz aller Materialien – auch bei der Herstellung von Recycling-Kunstfasern.

Soja: Vorsicht! Stoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind gefragt. Leider wird hier aber auch viel Missbrauch getrieben. Teile des Regenwaldes müssen für die Soja-Produktion abgeholzt werden, in den USA muss die natürliche Vegetation riesigen Soja-Monokulturen weichen. 

Wie erkenne ich faire Mode?

Leider gibt es immer noch keine einheitliche Kennzeichnung für fair gehandelte und ökologische Klamotten. Allerdings gibt es ein paar Klassifizierungen, an denen man sich orientieren kann. Die wichtigsten, glaubwürdigen Bezeichnungen für faire Mode sind:

Naturtextil-IVN-zerfitiziert: Hinter diesem Zertifkat steckt der „Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft“. Wer diese Kennzeichnung bekommt, darf nur Fasern aus kontrolliert biologischem Anbau verwenden und keinerlei Chemikalien einsetzen. Außerdem müssen auch soziale Standards eingehalten werden – zum Beispiel der Verzicht auf Kinderarbeit.

GOTS: Steht für „Global Organic Textile Standard“. Hier müssen 90 Prozent der verarbeiteten Kleidung aus Naturfasern sein. Außerdem gelten strenge Kontrollen in der Herstellung und Verabeitung. Auch auf eine faire Bezahlung der Arbeiter wird hier wertgelegt.

Fair Wear Foundation: Das Siegel der Organisation wird mittlerweile von großen Modemarken wie Acne getragen. Das Versprechen: Keine Diskriminierung, keine Zwangsarbeit, legale Arbeitsverträge – auch in Entwicklungsländern.

Fairtrade: Das bekannteste Gütezeichen im Bereich Mode und Lebensmittel. Bei Fairtrade wird nach drei Kriterien streng kontrolliert: Soziales, Ökologie und Ökonomie. Außerdem werden spezielle Projekte gefördert wie Bio-Baumwolle aus Westafrika.

Wo kann ich faire Mode kaufen?

Die Zeit in der Öko-Mode unbezahlbar war ist vorbei. Mittlerweile hat sich die Branche von ihrem angestaubten Image befreit und zeigt, dass Bio stylisch und preiswert sein kann.

Armedangels: Das Kölner Label setzt auf fair produzierte Klamotten im Skater-Look. Statt Hippie-Optik findet man bei Armedangels stylische Streetwear für Frauen und Männer.

Ontour: Bio-Mode für echte Trendsetter, das junge Label aus den Niederlanden lässt sich vom Vintage-Feeling der Hauptstadt Amsterdam anstecken. Gibt es in Deutschland leider nur online, dafür ab 50 Euro Warenwert versandkostenfrei.

Kindsstoff: Online-Shop für Kindermode mit einem revolutionären Konzept. Hier wird in guter deutscher Handarbeit hergestellt – ökologisch und fair. Kaufen kann man Kindsstoff nur online, so spart man sich den Zwischenhändler und damit auch Geld.

Glore: Online-Shop mit grünen Topmarken. Hier findet man Labels, die es in Deutschland sonst nirgendwo gibt, wie zum Beispiel die coolen Sneaker des französischen Schuh-Marke Veja. Glore betreibt außerdem vier Concept-Stores in Hamburg, München, Stuttgart und Nürnberg.

Bioshirt Company: Die Message des Labels lautet „I love my planet“ und das nehmen die Berliner ernst. Hier wird nicht nur nachhaltig einwandfrei produziert, sondern auch nach strengen ethischen Voraussetzungen gearbeitet.

Mittlerweile denken auch große Modeketten um, Skandale wie zuletzt bei Zara nagen am Image und lenken die Aufmerksamkeit auf Misstände. Außerdem zeigen junge Designer, dass Öko-Mode nichts mehr mit Birkenstock und Co am Hut hat, sondern eben richtig cool ist!

Wie wichtig ist dir faire und ökologische Mode? Beeinflussen dich Skandale oder lässt dich das kalt? Sag es uns in den Kommentaren!

Teresa Harbeck

Teresa Harbeck arbeitet für die Fashion-Community STYLIGHT. Seit ihrem Auslandssemester in Argentinien legt sie großen Wert auf faire Mode, weil sie dort gesehen hat, wie wichtig es ist das Arbeit auch ordentlich bezahlt wird. Nach der Recherche zu diesem Artikel hat sich Teresa geschworen damit noch ein bisschen konsequenter zu sein.