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Michel Bublé dachte, dass er weiß, was Liebe ist. Immerhin hat er weltweit mehr als 60 Millionen Alben verkauft, auf denen er über das Thema singt. Es sollte sich jedoch herausstellen, dass er noch eine Menge lernen musste. Genau in der Woche, als sein letztes Album „Nobody But Me“ im Jahr 2016 veröffentlicht wurde, begaben sich Bublé und seine Familie auf eine emotionale Reise, die sein Leben für immer prägen und verändern sollte. Verständlicherweise war er nicht sicher, ob und wie die Musik weiterhin Teil seines Lebens bleiben würde. „Die Erfahrung gab mir eine neue Perspektive auf die Dinge... Es veränderte komplett meinen Blick auf das, was zählt und was mir wichtig ist.“

Der Wunsch, sich kreativ auszudrücken, kehrte langsam zurück, als Bublé seine Bandkollegen zu sich nach Hause einlud. Nicht mit der Absicht Musik zu machen, sondern einfach nur, um gemeinsam Zeit zu verbringen, zu trinken, Pizza zu essen und Videogames zu spielen. „Als uns das nach einer Weile langweilte, begannen wir zu jammen und es gab diesen wundervollen Klick, diesen Moment, in dem ich sagte: ‚Oh yeah, ich hatte ganz vergessen, wie sehr ich das hier liebte’“, erinnert sich Bublé. „Ich glaube, ich brauchte einfach einen kleinen hilfreichen Reminder“.

Das Konzept für das neue Album „❤️“ (ausgesprochen „love“) kam ins Fließen. „Die einzige Frage lautete nun nicht mehr ‚Kehre ich zu meiner Arbeit zurück? ’. Sie lautete: ‚Kann ich es zu meinen Bedingungen tun? Kann ich die Songs, die ich liebe, mit Leuten schreiben, die ich liebe, auf die Art, die ich liebe und das obendrein mit purer Freude und Glückseligkeit?‘ Sobald ich wusste, dass es möglich ist, stand dem nichts mehr im Wege.“ Bublés Vision brachte mit sich, dass er die Liebe in all ihren Facetten untersuchte, von heilig bis zu profan. „Daraus ergab sich eine Sammlung von Kurzgeschichten, die meine Theorie der Liebe ergaben“, sagt er. „Das Gute, das Schlechte, das Helle, das Dunkle. Und ich glaube, das nahm eine Menge Druck von [Bublés Co-Produzenten] David Foster und Jochem van der Saags und meinen Schultern. Es herrschte eine große Gelassenheit, unsere Hausaufgaben erledigt zu haben und zu wissen, wo die Reise mit dem Album hingeht.“

Seine Mission kristallisierte sich heraus, als er die Songs auswählte – oder, wie er sagt: „Ich weiß, es klingt total gekünstelt, aber ich glaube, die Songs haben mich ausgewählt. Es ist merkwürdig, wie das Universum dir Dinge in den Schoß werfen kann.“ Bublé verankert „love“ mit Songs des Great American Songbook, oftmals indem er zeitlose Klassiker mit bestechenden neuen Arrangements neu erfindet. Seine eindringliche Interpretation von „My Funny Valentine” klingt so bedrohlich wie melodisch. Bublé und Cécile McLorin Salvant verwandeln „La Vie En Rose” in ein poetisches zweisprachiges Duett, an anderer Stelle verpasst er Kris Kristoffersons „Help Me Make It Through The Night” gemeinsam mit Loren Allred einen neuen Dreh. Charlie Puth steuert den Background-Gesang zu „Love You Anymore” bei, das der Hitmacher zusammen mit Bublés angestammtem Kreativpartner Johan Carlsson schrieb.

Das emotionale Kernstück des Albums ist „Forever Now”, ein von Bublé mitgeschriebener Song über seine liebste Rolle, ein Vater zu sein, und die Verwundbarkeit und Stärke, die aus dieser bedingungslosen Liebe erwachsen.

„love“ legt ein Zeugnis von der Kraft der Musik und seiner heilenden Wirkung ab – in diesem Fall nicht nur für den Hörer, sondern auch für Bublé selbst. „Die Wahrheit ist: Ich musste dieses Album machen“, sagt er. „Die Wahrheit ist, dass es sehr therapeutisch für mich war. Ich fühlte mich dabei so wohl. Ich meine, diese Songs, dieses Genre sind meine Essenz. Das ist es, womit ich lebe, womit ich aufgewachsen bin... Es passt perfekt zu mir und fühlt sich komplett natürlich an.“

 „love“ zu machen brachte Bublé ein Gefühl der Freude, das er – wie er rückblickend realisierte – bei seinen jüngsten Projekten vermisst hatte. „So frei habe ich mich seit dem Beginn meiner Karriere nicht mehr gefühlt, als ich mir nie einen Kopf um die Resultate machte, weil ich einfach so überglücklich und dankbar war, das tun zu dürfen, was ich tat.“