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Wer das Herz von Melissa Naschenweng gewinnen will, darf nicht mit dem Lambo oder AMG-Mercedes vorfahren. Ein „Traktorführerschein“ ist für sie das entscheidende. Zumindest wenn man ihrer letzten Hitsingle gleichen Namens glauben darf. Aber die österreichische Sängerin spielt gerne mal mit Klischees, oft während sie genau diese bedient. Ihre Songs, die im Zungenschlag ihrer Kärntner Heimat vorgetragen werden, kreisen zwar um Berge, Buam und Bauernglück, aber schon das Video zu „Traktorführerschein“ beweist, dass Melissa Naschenweng hier nicht die Rolle einnehmen will, die der Schlager männlicher Kollegen oft den Frauen zu weist. Während sie nämlich den „Traktorführerschein“ einfach selbst machen will, wird sie aus Versehen in die Werkstatt geschickt – und baut da einfach mal selbst einen schnellen, pinken Traktor, der die geifernden Jungs ziemlich sprachlos zurücklässt.

Ihr noch immer aktuelles Album „LederHosenRock“, das schon längst Platin-Status erreicht hat, ist voller mitreißender Schlager-Rock-Knaller, die sie selbst eben als „LederHosenRock“ bezeichnet. Gleich die ersten Zeilen sind eine Art Selbstverortung ihrer Musik: „I kum aus den Bergen / Hab Bergluft im Bluat und will an Bauern als Mann / A M aufm Hintern, i werd für eich singen / Schaut's wos mei Steirische kann / I bin a buachanes Dirndl mit meiner Bergbauern Musi / I werd narrisch mit eich / Ich hob eich so gern, ja so gern, i will an Juchitzer hörn / Des is Rock / Des is der Lederhosenrock.“ Oder, wie sie dem Magazin „Immer wieder Schlager“ im Interview erklärte: „Der Titel steht für das Leben, das sich so tagtäglich vor meiner Haustüre am Bauernhof auf 1100m Höhe abspielt. So wie ich es in meiner Lederhose erlebt habe. Das wollte ich auf dem Album rockig in meinem eigenen Stil wiedergeben.“

Den „Juchitzer“ kriegt sie inzwischen nicht mehr nur in ihrer Heimat, sondern auch in Deutschland und der Schweiz. Viele Songs auf „LederHosenRock“ gehen in die Vollen und zeigen Melissa als rotziges, „buachanes Dirndl“, das rockig den „Lausbuam Blues“ singt, oder zum Brummen der E-Gitarre die Power-Ballade „Dein Herz verliert“ intoniert.

Aber es gibt auch spannende Ausritte in andere Stile. „Hosenscheißer“ zum Beispiel ist lustig-böse Volksmusik gegen „Maulaufreißer“ und „Hosenscheißer mit nur drei Haar‘ auf der Brust“. „Der Sensenmann“ wiederum hat einen sehr eigenen, aber auch abgründigen Witz. Und „Kämpferin“ zum Beispiel ist eine ergreifende, sehr ernste Ballade. Zu dieser Bandbreite sagte Melissa Naschenweng im Interview: „Ja, stimmt, ich zeige mich diesmal, anders als bei den vorigen Alben, auch von einer gefühlvollen, zerbrechlichen und vor allem sehr persönlichen Seite. Es ist so viel geschehen in den vergangenen zwei Jahren und einiges davon findet sich in den Liedern wieder. Aber wie auch immer, die Mischung macht‘s: Powersongs, Partyhits und sich nicht unterkriegen lassen, denn auch für mein viertes Album gilt das was ich immer sage: Das Leben gehört gefeiert!‘“ Wer könnte ihr da widersprechen?

Das offizielle Video