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Verhütung: Die Spirale

Die Spirale ist geformt wie ein kleines T und wird in die Gebärmutter eingesetzt. Dort verhindert sie das Einnisten eines Eis. Über die vielen verschiedenen Variationen der Verhütungsmethode spricht Sex-Expertin Paula Lambert.

08.07.2016 14:34 | 1:46 Min | © sixx.de

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Verhütung: Spirale

Immer mehr Frauen schwören bei der Verhütung auf die Spirale. Erfahrt hier, welche Arten der Spirale es gibt und welche Vor- und Nachteile sie bieten.

Die Verhütung mit der Spirale klingt sehr bequem und einfach. Sie wird vom Frauenarzt eingesetzt und kann mehrere Jahre in der Gebärmutter bleiben. Ihr müsst euch somit nicht tagtäglich mit dem Thema Verhütung beschäftigen. Es gibt zwei Arten der Spirale: die Kupferspirale und die Hormonspirale. Wie sich die beiden Verhütungsmethoden unterscheiden und welche besser zu euch passt, erfahrt ihr hier.

Die Kupferspirale

Die Kupfer-Spirale
Hier seht Ihr eine Kupferspirale. © instagram/diestephanie

Die Kupferspirale ist ein hormonfreies Verhütungsmittel, das in die Gebärmutter eingesetzt wird. Sie besteht aus einem T-förmigen Kunststoffstäbchen, dessen Schaft mit einem feinen Kupferdraht umwickelt ist. Für die Entfernung der Spirale dient ein Rückholfaden. Damit die Verhütung sicher ist, sollte sie richtig angepasst werden, deshalb gibt es sie in unterschiedlichen Formen und Größen. Einige Kupferspiralen gibt es auch mit Gold- und Silberlegierungen. Während die gewöhnliche Kupferspirale bis zu fünf Jahren in der Gebärmutter verbleibt, hält die Gold- oder Silberspirale bis zu zehn Jahre.

Anwendung

Einsatz der Kupferspirale
In der Gebärmutter wird die Spirale eingesetzt. © Fotolia

Wenn ihr euch für die Verhütung mit der Spirale entscheidet, findet vor dem Einsetzen eine gynäkologische Untersuchung statt, um die Form und Größe der Gebärmutter zu bestimmen. Euer Frauenarzt setzt die Kupferspirale in die Gebärmutter ein. Idealerweise findet das in den letzten Tagen der Regelblutung statt. So kann eine bestehende Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Zudem ist der Gebärmutterhals ohnehin leicht geöffnet und das Einlegen zumeist weniger spürbar. Da das Einsetzen der Spirale von manchen Frauen als schmerzhaft empfunden wird, könnt ihr nach einem Schmerzmittel fragen oder um eine örtliche Betäubung bitten. In halbjährlichen Abständen wird per Ultraschall der korrekte Sitz der Kupferspirale geklärt. Zudem könnt ihr jeden Monat nach der Regelblutung nachfühlen, ob sich der Rückholfaden der Spirale, der etwa drei Zentimeter aus dem Muttermund in die Scheide reicht, noch zu ertasten ist.

Wirkung

Die Kupferspirale gibt in kleinen Mengen Kupfer ab, das den Schleim im Muttermund sowie den Gebärmutterschleim verändert und somit die Beweglichkeit der Spermien hemmt. Den Spermien wird der Weg zur Eizelle erschwert. Fall es doch zu einer Befruchtung durch Samenzellen kommt, kann sich die befruchtete Eizelle durch die mechanische Wirkung der Spirale auf die Gebärmutter nicht einnisten. Die Verhütung ist somit ziemlich sicher.

Vorteile

Sobald die Spirale eingesetzt ist, müsst ihr euch nicht mehr um die Verhütung kümmern. Nur alle fünf bis sieben Jahre muss sie gewechselt werden. Einige Frauen finden es auch als vorteilhaft, dass sie nicht auf den natürlichen Zyklus verzichten müssen. Vor allem bei Frauen, die bereits Kinder haben, kommt die Kupferspirale gut an.

Nachteile

Die Verhütung mit der Spirale hat auch einige Nachteile. Sie kann die Monatsblutung und die Regelschmerzen verstärken. Auch Bauch- und Rückenschmerzen treten hin und wieder auf. Solltet ihr solche Anzeichen haben, sucht am besten euren Arzt auf. Zudem kann die Kupferspirale auch unbemerkt bei der Blutung ausgeschieden werden. Ein weiteres Risiko: Vor allem bei Mädchen und jungen Frauen besteht in den ersten Monaten ein erhöhtes Risiko an Entzündungen im Beckenraum. Besonders, wenn die Sexualpartner häufig gewechselt werden. Auch Bauchhöhlenschwangerschaften gehören zu den Risiken. Und vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt die Spirale euch nicht. Auf Kondome solltet ihr im Idealfall nicht verzichten.

Die Hormonspirale

Die Hormonspirale
So sieht eine Hormonspirale aus. © fotolia

Wie der Name schon erahnen lässt, wird bei der Verhütung mit der Hormonspirale kontinuierlich ein Hormon in der Gebärmutter abgegeben. Sie besteht aus einem T-förmigen Kunststoffteil, dessen Schaft mit einem kleinen Hormondepot versehen ist. Zur Entfernung dient ein dünner Kunststofffaden. Das Präparat ist zwischen drei bis fünf Jahren wirksam und ist abhängig von der Dosierung der Hormonspirale.

Anwendung

Bevor die Hormonspirale eingesetzt wird, findet eine gynäkologische Untersuchung statt. Dort wird die Form und Größe der Gebärmutter beurteilt und Entzündungen ausgeschlossen. Danach wird die Spirale mithilfe eines dünnen Röhrchens durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt. Üblicherweise geschieht das am Ende der Menstruation. Der Grund: Der Gebärmutterhals ist am weitesten und das Einlegen somit weniger zu spüren. Auch das Risiko einer unbemerkten Schwangerschaft ist am geringsten. Falls ihr eher schmerzempfindlich seid, könnt ihr euch ein Mittel geben lassen oder um eine örtliche Betäubung bitten. Der korrekte Sitz der Spirale wird per Ultraschall bestimmt. Die Verhütung setzt sofort nach dem Einlegen ein.

Wirkung

Die Hormonspirale gibt das sogenannte Gestagen Levonorgestrel direkt in die Gebärmutterschleimhaut ab. Durch das freigesetzte Hormon wird der Zervixschleim im Gebärmutterhals dicker und somit für die Spermien undurchlässiger. Samenzellen, die dennoch durchgekommen sind, werden zusätzlich in ihrer Beweglichkeit gehemmt. Außerdem wird durch das Gestagen der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut gemindert, eine eventuell befruchtete Eizelle kann sich nicht einnisten. Die Verhütung gilt als ziemlich sicher.

Vorteile

Ein Vorteil der Verhütung mit einer Hormonspirale ist eine kürzere, schwächere und weniger schmerzhafte Monatsblutung. Bei der Hälfte der Frauen bleibt die Blutung nach einigen Monaten sogar komplett aus. Da das Hormon Gestagen freigesetzt wird, ist die Hormonspirale auch für Frauen mit Östrogenunverträglichkeit geeignet. Selbst während der Stillzeit ist diese Verhütungsmethode geeignet.

Nachteile

Leider überwiegen bei der Verhütung mit der Hormonspirale die Nachteile. Zwischenblutungen, unregelmäßige oder gar keine Blutungen, Unterleibsschmerzen, Brustspannen, Kopfschmerzen, Eierstockzysten, Akne, depressive Verstimmungen, Nervosität und sexuelle Unlust sind nur einige der negativen Aspekte. Bei bis zu fünf Prozent der Frauen kommt es sogar zum Verrutschen oder Ausstoßen der Spirale. Regelmäßige Kontrollen sind daher wichtig. Bauchhöhlenschwangerschaften können ebenfalls auftreten. Zudem ist das Brustkrebsrisiko geringfügig höher als bei der Anwendung anderer hormoneller Verhütungsmittel. Nach einer Geburt sollte die Hormonspirale erst drei Monate danach eingesetzt werden – mögliche Verletzungen an der Gebärmutterwand können sonst auftreten. Außerdem ist die Verhütung mit der Hormonspirale vor allem bei jungen Frauen, die noch nicht geboren haben, nicht die erste Wahl. Auch hier gilt: Um die Übertragung von sexuell übertragbaren Krankheiten zu vermeiden, benutzt ein Kondom.

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