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Verhütung: der natürliche Weg

Die beliebteste Methode der natürlichen Verhütung ist das Temperatur messen. Dieser Vorgang eignet sich jedoch nicht für jeden Typ von Frau. Sex-Expertin Paula Lambert klärt auf, was man hierbei besonders beachten muss.

08.07.2016 13:06 | 1:32 Min | © sixx.de

Alles ohne Chemie

Verhütung: natürliche Verhütung

Immer mehr Frauen schwören auf die natürliche Verhütung und kehren den chemischen Verhütungsmethoden wie Pille, Spirale und Co. den Rücken. Welche Methoden es gibt und wie sicher sie sind, erfahrt ihr hier.

Verhütung mit der Kalendermethode

Kalendermethode: Für die Verhütung den Eisprung ermitteln
So ermittelt ihr euren Eisprung. © Fotolia - Jamrooferpix

Eine natürliche Form der Verhütung ist die Kalendermethode. Frauen, die einen Menstruationskalender führen, berechnen den Zeitpunkt ihrer fruchtbaren Tage. Im Durchschnitt beträgt ein weiblicher Zyklus 28 Tage. Der Eisprung findet 14 Tage vor dem Einsetzen der nächsten Regelblutung statt. Eine Eizelle ist etwa 24 Stunden lang befruchtungsfähig, Spermien können allerdings bis zu fünf Tage im oberen Genitaltrakt der Frau überleben. Deshalb ist eine Frau jeden Monat etwa fünf bis sechs Tage lang befruchtungsfähig.

Wie geht das?

Für die rechnerische Ermittlung der fruchtbaren Tage ist es zunächst wichtig, dass ihr eure Zyklusdauer kennt. Ein Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung und endet am Tag vor dem Einsetzen der nächsten Blutung. Es wird empfohlen, sechs Monate lang den Menstruationskalender zu beobachten, um die Zykluslängen zu ermitteln. Anschließend könnt ihr die fruchtbaren Tage wie folgt berechnen: Von der kürzesten Zyklusdauer des gemessenen Zeitraums müsst ihr immer 18 Zage abziehen. Dann erhaltet ihr den ersten fruchtbaren Tag. Von der längsten ermittelten Zyklusdauer müsst ihr immer 11 Tage abziehen – das ergibt den letzten fruchtbaren Tag.

Sicherheit

Diese natürliche Verhütung hilft euch zwar dabei, euren Zyklus besser kennenzulernen, wirklich sicher ist sie aber nicht. Der Tag des Eisprungs kann nicht exakt erfasst werden. Zudem treten immer mal wieder Zyklusschwankungen durch Erkrankungen oder Stress auf – der Eisprung verschiebt sich. Der Pearl-Index stuft die Kalendermethode zwischen 12 und 15 ein. Das bedeutet: Zwischen zwölf und 15 von 100 Frauen, die mit dieser Methode ein Jahr lang verhütet haben, werden schwanger. Diese natürliche Verhütung gilt daher als unsicher.

Verhütung mit der Temperaturmethode/ Basaltemperatur

Verhütung durch Messung und Dokumentation der Basaltemperatur
Ein Beispiel für die Dokumentation der Basaltemperatur. © Fotolia - VRD

Eine andere natürliche Verhütung ist die Temperaturmethode. Während der furchtbaren Tage ändert sich die Körpertemperatur. Die sogenannte Basaltemperatur ist die niedrigste Körpertemperatur, die im Ruhestand erreicht werden kann. Gleich nach dem Aufwachen wird sie immer an derselben Stelle gemessen, zum Beispiel im Mund, am After oder in der Scheide.

Wie geht das?

Zu Beginn des Zyklus ist die Basaltemperatur niedrig, sie liegt ungefähr zwischen 36,5 und 36,8 Grad. In der Zyklusmitte steigt die Temperatur durch die Produktion des Gelbkörperhormons um 0,2 bis 1,0 Grad an. Nach dem Eisprung bleibt die Temperatur für circa zwölf Tage, also bis zum Beginn der Blutung, erhöht. Die morgendliche Temperatur solltet ihr in einem Diagramm eintragen. Dadurch kann der Zeitpunkt des Eisprungs ermittelt werden. Mittlerweile gibt es auch kleine Computer, in denen die Daten notiert werden können.

Sicherheit

Genau wie bei der Kalendermethode können Faktoren wie Erkrankungen, Stress, unregelmäßiger Lebensrhythmus und Schlafdefizit die Temperatur beeinflussen. Obwohl der Pearl-Index zwischen 1 und 3 liegt, ist die Temperaturmethode als natürliche Verhütung allein nicht unbedingt zu empfehlen. Das liegt daran, dass eine Eizelle 24 Stunden lang befruchtungsfähig ist und die Spermien bis zu fünf Tage im Körper der Frau überleben können.

Verhütung mit der symptothermalen Methode

Bei der symptothermalen Methode wird neben der Temperaturmethode noch zusätzlich die Konsistenz des Zervixschleims beobachtet, der sich je nach Zyklusphase ändert. Zusätzlich könnt ihr noch den Gebärmutterhals oder Muttermund abtasten. In der fruchtbaren Zeit ist er weicher, leicht geöffnet und verlagert sich weiter nach oben.

Wie geht das?

Vor dem Eisprung wird der Zervixschleim aufgrund des erhöhten Östrogenspiegels dünnflüssig und spinnbar. Zudem ist er in größeren Mengen vorhanden. An den unfruchtbaren Zyklustagen ist er hingegen milchig und cremeartig. Die Veränderung ist oft relativ deutlich. Beobachtet ihr zusätzlich noch eure Temperaturkurve, ist diese natürliche Verhütung ziemlich sicher.

Sicherheit

Die Nachteile dieser natürlichen Verhütung sind ähnlich wie bei der Temperaturmethode. Stress und Erkrankungen können die Messungen verfälschen. Doch in Kombination mit der Beobachtung des Zervixschleims gilt diese Methode als ziemlich zuverlässig. Der Pearl-Index liegt gerade einmal bei 0,3.

Natürliche Verhütung mit digitalen Helfern

Digitale Helfer für die natürliche Verhütung
Selbst die Verhütung ist im modernen Zeitalter angekommen. © YouTube Clearblue

Heutzutage werden auch immer mehr digitale Helfer als natürliche Verhütung eingesetzt, um Methoden wie die Verhütungskette zu verbessern. Ob Verhütungs-, Fertilitäts- oder Temperaturcomputer oder das Ganze als App – immer mehr Frauen nutzen die modernen Helferlein. Diese Zykluscomputer gibt es in verschiedenen Ausführungen und Preisklassen.

Wie geht das?

Manche Modelle speichern die Temperatur nach dem Aufwachen. Andere zeichnen die Hormonkonzentration des Morgenurins auf und werten diese aus. Sie bestimmen ein Abbauprodukt des Estradiols und das luteinisierende Hormon. Im ersten Zyklus sind dafür meist viele Messungen notwendig.

Sicherheit

Frauen, die sich gut mit der symptothermalen Methode auskennen, sind bei dieser Form der natürlichen Verhütung ganz klar im Vorteil. Die digitale Variante kann sogar eine praktische Hilfe sein, um die Daten schneller zu erfassen und leichter zu dokumentieren. Allerdings gilt auch hier: Eine sorgfältige Beobachtung bleibt unverzichtbar. Der Pearl-Index liegt bei 5.

Fazit: Wie ihr sehen könnt, gibt es zahlreiche Alternativen zu Pille , Spirale und Co. Dennoch gilt: Die natürliche Verhütung ist oft nicht zu 100 Prozent sicher. Insbesondere die fruchtbaren Tage können hin und wieder variieren. Wollt ihr keineswegs schwanger werden, solltet ihr während dieser Tage lieber zusätzlich auf Safer Sex mit Kondom setzen.

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