Stars & Style

Wenn Stars zu Gründern werden

Prominente verfügen durch ihr Kerngeschäft im Showbusiness oder Sport über ausreichend Kapital. Da sich nun mal mit viel Geld noch deutlich mehr Geld verdienen lässt, ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche Stars eigene Unternehmen gründen oder in andere Unternehmen investieren. Läuft das Geschäft gut, entsteht eine Win-win-Situation.

Ashton Kutcher bei einer Pressekonferenz
© Everett Collection – 183455717 / Shutterstock.com

Die meisten Stars lassen ihr verdientes Geld natürlich nicht wirkungslos auf der Bank liegen. Um es aber nicht nur für Yachten, Luxusurlaube und teure Autos auszugeben, sondern die Millionen zu vermehren, werden immer mehr Stars zu Investoren von Unternehmen und Start-ups. Die Promis schaffen sich so ein zweites Standbein neben der Arbeit oder bei zahlreichen Sportlern auch als Einnahmequelle nach dem Karriereende – für Prominenten aller Art ist das Investment in neu gegründete Firmen anscheinend sehr interessant.

Promis investieren oder gründen selbst

So ist zum Beispiel selbst Justin Bieber bereits am digitalen Musikdienst Spotify und an mehreren Apps beteiligt. Der Rapper und Ehemann von Beyoncé, Jay-Z, besitzt ein eigenes Modelabel und sogar eine Parfum-Kollektion . Aber auch Sportler investieren schon während ihrer aktiven Karriere: Fußball-Star Robert Lewandowski finanziert Internet- und Technologie-Start-ups.

Es ist sogar möglich, mit den Investitionen mehr Kapital zu erwirtschaften als durch die eigentliche Tätigkeit, dank derer man zum Star wurde. Bono, Sänger von U2, hat durch seinen frühzeitigen Einstieg zum Börsengang bei Facebook alles richtiggemacht. An dem Bewertungsportal Yelp und der Analysefirma MarketShare ist er ebenfalls beteiligt. Mit einem lukrativen Aktiendepot soll der irische Musiker deutlich mehr Geld gemacht haben als in seiner gesamten Karriere.

Dass die Möglichkeit besteht, als Gründer eines eigenen Unternehmens erfolgreich zu sein, hat dagegen der Musiker und Produzent Dr. Dre bewiesen. Er gründete mit seinem Partner Jimmy Iovine 2006 die Firma Beats Electronics. Der Hersteller der hippen Kopfhörer „Beats by Der“, die nunmehr weltbekannt und sogar schon kopiert worden sind , hat eine große Erfolgsgeschichte hinter sich. Im Jahr 2014 hat Apple das Unternehmen für 3,2 Milliarden Dollar übernommen. André Rommel Young, so Dr. Dres bürgerlicher Name, verdiente allein durch den Verkauf etwa 500 Millionen Dollar – wahrlich imposant.

Ashton Kutcher finanziert die meisten Start-ups

Auch wenn mittlerweile zahlreiche Prominente in den unterschiedlichsten Bereichen als Investoren und Gründer auftauchen, kann niemand Ashton Kutcher das Wasser reichen. Wird nach Anzahl der Investitionen abgerechnet, führt Kutcher die Liste klar mit mehr als 70 Finanzspritzen für junge Unternehmen an.

Schon frühzeitig in seiner Karriere kam der Geschäftssinn des Schauspielers zum Vorschein. Nachdem er 1998 durch die Fernsehserie „Die wilden Siebziger“ bekannt wurde, war er im Mystery-Thriller „Butterfly Effect“ nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch als Executive Producer tätig. Seit 2011 ist er auch in der SitCom „ Two and a half men “ als erfolgreicher Unternehmensgründer zu sehen.

Große Erfolge und kleinere Rückschläge

teamgeist-silhouette
© Pixabay

2011 war auch das Jahr, in dem Kutcher mit seinen Freunden Guy Oseary und Ron Burkle die Investmentfirma A-Grade gründete. Mit der Gründung von Sound Ventures im Juli 2015 kam eine weitere Investment-Firma hinzu. Mit dem Unternehmen A-Grade konnten Kutcher und sein Team zahlreiche Erfolge einfahren, wodurch sie ihre Grundeinlage von 30 Millionen Dollar innerhalb von fünf Jahren auf 250 Millionen Dollar mehr als verachtfachten.

Die größten Gewinne wurden mit dem Community-Marktplatzt für Unterkünfte „Airbnb“ und dem Online-Vermittlungsdienst für Fahrdienstleistungen „Uber“, die weltweit verbreitet sind , erzielt. Die Anteile an diesen Unternehmen sind mittlerweile 90 bzw. 60 Millionen Dollar wert. Auch „Spotify“ und „Skype“ gehören zu seinen großen Finanzierungserfolgen. Das sind lukrative Geschäfte, die die Misserfolge von anderen Investments vergessen lassen oder zumindest abmildern.

Denn bei der großen Anzahl von Beteiligungen bleiben natürlich Rückschläge nicht aus. Das Unternehmen „BlackJet“, eine Art Uber für Flugzeuge, floppte ebenso wie die Internet-Telefonie-Software von „Ooma“. In Deutschland ist der Schauspieler und Tech-Investor ebenfalls bei Start-ups eingestiegen – ebenfalls nur mit mäßigem Erfolg.

2011 beteiligte sich Kutcher bei dem Start-up Amen, dass eine Meinungs-App entwickelt hatte. Anfangs mit vielen Vorschusslorbeeren versehen  gelang es dem Unternehmen allerdings nicht, langfristig erfolgreich zu sein, weshalb Amen auch 2013 an tape.tv verkauft wurde.

Der Erlebnis-Marktplatz „Gidsy“, 2012 mit mehr als eine Million Dollar von Kutchers Investmentfirmen unterstützt, wurde ebenfalls von der Konkurrenz geschluckt, da das Unternehmen sich nicht durchsetzen konnte.

GoButler – Bekanntheit allein reicht nicht aus

Die größte mediale Aufmerksamkeit in Deutschland hat das Start-up GoButler dank Joko Winterscheidt erfahren. Auch hier hat Kutchers Investmentfirma Sound Ventures beim Start finanziell mitgeholfen. Der Dienst, der es Kunden ermöglicht hat, zahlreiche Aufgaben wie z.B. die Buchung eines Fluges an die GoButler-Mitarbeiter zu übertragen, wurde allerdings mittlerweile eingestellt .

Ein werbewirksamer Promi als Teilhaber ist also nicht automatisch eine Erfolgsgarantie. Durch die mediale Aufmerksamkeit und die Reichweite der Stars in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter kann ein kürzlich gegründetes Unternehmen allerdings schnell Bekanntheit erlangen. Dadurch steigt natürlich auch die Kundenzahl.

Allerdings muss das angebotene Produkt oder die Dienstleistung die Konsumenten überzeugen, um sich langfristig am Markt zu etablieren. Sich einen Star ins Unternehmerboot zu holen, führt ansonsten nur zu einem kurzfristigen Aufflammen der Bekanntheit.

In den meisten Fällen würden sich von Stars finanzierte Start-ups im Prinzip auch ohne die Prominenz durchsetzen können. Allerdings natürlich nicht so schnell, da es durch prominente Unterstützung leichter fällt, aus der Masse herauszustechen. Stimmt also das Produkt, wird die Beteiligung eines Prominenten bei einem Startup zu einer Win-win-Situation für beide Parteien.

Aber auch an der Qualität des Produkts können die Prominenten mitwirken. Die Unternehmen können am Know-how und von Networking der Stars profitieren, wenn diese zu ihrem Bereich passen. Zum Beispiel wird die App „Bside-me“, die es Prominenten ermöglicht, in engen Kontakt mit ihren Fans zu treten, von Gerald Asamoah, Kult-Spieler und Liebling der Fußball-Fans nicht nur bei Schalke 04, unterstützt.

Für Unternehmen können die Stars also reiner Finanzier sein oder Einfluss auf die Unternehmensentwicklung nehmen, indem sie Experten und ihr eigenes Wissen zur Verfügung stellen. Die Investition soll sich ja schlussendlich auch lohnen und nicht nur als bloßer Zeitvertreib der Stars gelten.

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